„Fürs Lesen verzichte ich fröhlich aufs Fernsehen“- Rudolf Henke im Interview

Seit einigen Jahren unterstützt Rudolf Henke die "Stiftung Lesen" als Lesepate in Aachen mit dem Ziel, Lesefreude zu wecken und Lesekompetenz zu stärken. In einem Interview mit der "Super Sonntag" erklärt er seine persönliche Begeisterung für das Lesen.

Das Interview wurde geführt von Wolfgang Wynands. Es erschien am Sonntag, den 15. Mai 2016, in der "Super Sonntag".

Haben Ihnen Ihre Eltern vorgelesen?

RH: Ja, meine Eltern haben mir beide häufig vorgelesen.

Welche Geschichte haben Sie dabei besonders gerne gehört?

RH: Als Kind habe ich besonders gerne Grimms Märchen gehört: Hänsel und Gretel, Schneewittchen, Brüderchen und Schwesterchen, Der gestiefelte Kater.

Erinnern Sie sich an das erste Buch, dass Sie selbst bewusst gelesen haben?

RH: Es gibt ein Foto, wo ich mit fünf Jahren aus Grimms Märchen "vorlese",  ich denke, weil ich das Buch auswendig kannte. Mein erstes "richtiges" Buch war Winnetou I von Karl May.

Spielten Comics eine Rolle, wenn ja welche?

RH: Zu Hause waren Comics nicht sehr beliebt. Am häufigsten bin ich an Micky Maus und Donald Duck gekommen.

Sie müssen als Bundestagsabgeordneter ja per se viel lesen, Anträge, Vorlagen, Zeitungen  und so weiter…kommen Sie privat noch zum Lesen?

RH: Ja, ich lese auch privat sehr viel. Dafür verzichte ich fröhlich auf jedes Fernsehen außer Nachrichten und Tatort.

Gibt es Lieblingsautoren oder –genres?

RH: Kriminalromane und Thriller lese ich am häufigsten. Besonders gelungen ist da die Zusammenstellung von Wissenschaftskrimis aus der Literaturredaktion der Süddeutschen Zeitung. Aber generell schließe ich kein bestimmtes Genre aus.

Was lesen Sie gerade aktuell?

RH: Im Moment "Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells. Mit besonderem Gewinn habe ich "Gehen. Ging. Gegangen" von Jenny Erpenbeck gelesen. "Im Meer schwimmen Krokodile" von Fabio Geda hat mir geholfen, unsere Zeit besser zu verstehen. Schon etwas her aber wunderbar ist "Traumsammler" von Khaled Husseini.

Fängt Ihr Tag mit dem Lesen der Zeitung an? Welche Zeitungen/Zeitschriften lesen Sie besonders gerne?

RH: Auf dem Frühstückstisch in Aachen sind die Lokalzeitungen immer dabei. In Berlin fange ich gerne an mit dem Tagesspiegel. Für den raschen Überblick bin ich ganz gut versorgt mit politischen und ärztlichen Pressespiegeln. Die Breaking News im Netz kommen von Focus, Spiegel und ntv. Auf Reisen wechsle ich zwischen SZ, FAZ und Welt. Am besten gefallen mir die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, die Zeit und die Welt am Sonntag.