Sinkende Stickstoffdioxid-Belastung in Aachen

 

Das nordrhein-westfälische Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV) veröffentlichte am 16. Januar eine vorläufige Auswertung seiner automatischen Luftschadstoff-Messung an 59 Standorten. Demnach sank die Stickstoffdioxid-Belastung im Jahresmittel an 35 Messorten – unter anderem an den beiden Aachener Probenahme-Stellen. Zwischen 2017 und 2018 ging der NO2-Jahresmittelwert an der Wilhelmstraße von 46 Mikrogramm pro Kubikmeter Außenluft auf 43 µg/m³ zurück, an der Messstation in Aachen-Burtscheid von 13 auf 12 µg/m³. Eine abschließende Bewertung der Luftqualitätswerte für das Jahr 2018 wird allerdings erst nach Vorliegen aller validierten Messergebnisse möglich sein. Neben automatisierten Messcontainern setzt das Landesamt sogenannte Passivsammler zur Ermittlung der NO2-Belastungen ein, die zunächst aufwändig im Labor zu analysieren sind.

Damit liegen die vorläufigen Messwerte an der Wilhelmstraße nur noch knapp über dem EU-Grenzwert von 40 µg/m³. Damit bestärken sie die Zuversicht der Stadt Aachen, mögliche Diesel-Fahrverbote im bevorstehenden Berufungsverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Münster noch abwenden zu können. In dem Berufungsverfahren soll laut OVG Münster voraussichtlich im 2. Quartal 2019 eine Entscheidung fallen.

Zudem wird der Deutsche Bundestag in Kürze den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes als „besonders eilbedürftig“ beraten. Ziel ist, mögliche Fahrverbote aufgrund nicht eingehaltener EU-Grenzwerte künftig auf Gebiete zu beschränken, in denen ein Jahresmittelwert von 50 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft (µg/m³) überschritten wird. Die Bundesregierung argumentiert, dass bei Überschreitungen des Grenzwertes unterhalb von 50 µg/m³ ein Verkehrsverbot in der Regel nicht erforderlich und unverhältnismäßig sei. Es sei davon auszugehen, dass der europarechtlich vorgegebene Luftqualitätsgrenzwert bereits aufgrund beschlossener Maßnahmen ohne Verkehrsverbote eingehalten wird.

Pressemitteilung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV)