Organspende: bessere Strukturen und höhere Vergütung

In der vergangenen Woche hat der Deutsche Bundestag den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende in erster Lesung beraten. Es ist sehr positiv, dass bessere Bedingungen der Organspende endlich in der Tagesordnung der Bundespolitik angepackt werden – dafür habe ich seit geraumer Zeit geworben. Denn die Notwendigkeit, die Organspendezahlen deutlich zu erhöhen, wird einhellig geteilt.

Meiner Einschätzung nach sind die mangelhaften Strukturen das Hauptproblem für die niedrigen Spenderzahlen in Deutschland. Genau diese Strukturen werden im Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit aufgegriffen. Es ist die für mich die lange überfällige Reform, mit der Strukturen endlich optimiert werden können, mit der Transplantationsbeauftragten in Krankenhäuser endlich der Stellenwert zugesprochen wird, den sie für ihre Arbeit dringend brauchen und mit der auch Krankenhäuser finanziell so ausstattet werden, dass eine Organentnahme eben nicht mehr mit finanziellen Einbußen verbunden ist.
Durch die verpflichtende Freistellung der Transplantationsbeauftragten in Krankenhäusern sollen zukünftig möglichst alle potentiellen Organspender identifiziert werden. Dass dies die Organspendezahlen kurzfristig erhöhen kann, hat die Freistellung in Bayern bereits gezeigt.

Voraussetzung für die Spendebereitschaft der Bevölkerung ist das Vertrauen in ein verlässliches System, das auch die Entnahme- und Vergabepraxis beinhaltet. Ich bin der Meinung, dass der Deutsche Bundestag diese strukturellen und auch vergütungstechnischen Änderungen nun schnellstmöglich umsetzten sollte, um der freiwilligen Spendebereitschaft, die auch in Deutschland durchaus besteht, gerecht zu werden.

Die aktuellen Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation sind ein Zeichen dafür, dass die breite öffentliche Debatte über die Organspende bereits zu einer anderen Wahrnehmung innerhalb der Bevölkerung führt: im Jahr 2018 sind die Spenden im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Prozent gestiegen.