Besuch bei Bösl Medizintechnik

Millionen Menschen leiden in Deutschland an Ödemen (Wassereinlagerungen), die durch eine Erkrankung der Venen oder Lymphgefäße bedingt sind. Vorwiegend Frauen sind von schmerzhaften Störungen der Fettverteilung im Körper (Lipödem) betroffen. Mit diesen Themen beschäftigt sich der Aachener Hilfsmittelproduzent, die Firma Bösl Medizintechnik, die in diesem Jahr ihr 40 jähriges Firmenjubiläum begeht. Der Aachener Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke hat das Unternehmen jetzt besucht, weil es für ein wissenschaftliches Projekt eine Förderzusage aus dem Bundeshaushalt erhalten hat.

Bei der Behandlung solcher Wassereinlagerungen in Armen und Beinen spielt die  Kompressionstherapie eine wichtige Rolle. Allgemein bekannt dafür sind beispielsweise Kompressionsstrümpfe. Nachteil: Der Behandlungsdruck kann nur sehr ungenau bestimmt werden und im Behandlungsverlauf stark schwanken. Bösl hingegen entwickelt und verkauft seit einigen Jahrzehnten Kompressionssysteme, durch die der Druck sehr gezielt eingestellt werden kann. Diese Methode wird als IPK (Intermittierende Pneumatische Kompression) bezeichnet. Sie eignet sich sowohl für Personen, die zur Beseitigung von Flüssigkeitseinlagerungen eine Entstauungstherapie benötigen, wird aber auch von Leistungssportlern zur Regeneration verwendet.

Besonders angetan ist Rudolf Henke nicht nur von den Produkten sondern auch von der Atmosphäre in der Firma. Vor allem, dass die Geschäftsführung stolz darauf ist, dass die 22 Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert sind, hat ihn beeindruckt.

Neben ihrem Kerngeschäft entwickelt Bösl Medizintechnik zurzeit gemeinsam mit weiteren Projektpartnern ein System zur Therapieerfolgsbestimmung für Patienten in der Kompressionstherapie. Ziel ist es, dass der Patient seinen eigenen Therapieerfolg transparenter mitverfolgen kann und dadurch motivierter ist, an der Therapie mitzuwirken. Dieses Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.