Rede zur Suizidhilfe nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (21.4.2021)

Das Bundesverfassungsgericht hat im Februar 2020 das Verbot geschäftsmäßiger Suizidbeihilfe aufgehoben, das der Deutsche Bundestag im Jahr 2015 fraktionsübergreifend beschlossen hatte. Zugleich hat das Gericht deutlich gemacht, dass der Gesetzgeber und die Gesellschaft legitimiert bleiben, einer Entwicklung entgegenzutreten, an deren Ende sich der assistierte Suizid als normale Form der Lebensbeendigung insbesondere für alte und kranke Menschen etablieren könne.

Ich will einer solchen Entwicklung ganz entschieden entgegentreten und finde, dass wir zunächst die Frage der wirksamsten Suizidprävention in den Vordergrund stellen müssen. Eine gesetzliche Neuregelung bedarf noch etlicher Debatten und kann nicht mehr in den verbleibenden Sitzungswochen des Deutschen Bundestages bis Ende Juni erfolgen.

zur Rede in der Online-Mediathek des Deutschen Bundestages