Arbeitszeitgestaltung neu gedacht: RWTH entwickelt Praxishilfen für den Mittelstand

Die Gestaltung einer modernen, zukunftsfähigen Arbeitswelt und deren Erforschung ist ein zentrales Zukunftsthema. In Aachen stellt sich das Institut für Arbeitswissenschaft der RWTH Aachen aktiv diesen Herausforderungen und entwickelt Lösungstools und Praxishilfen.

Themen wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz und der demografische Wandel hin zu einer älter werdenden Erwerbsbevölkerung stellen Unternehmen, Beschäftigte und die Gesellschaft insgesamt vor gewaltige Herausforderungen und sind wichtige Zukunftsanliegen. 

Der Institutsleiter Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. Christopher M. Schlick und die Abteilungsleiterin für Arbeitsorganisation, Dr.-Ing. Susanne Mütze-Niewöhner, empfingen Rudolf Henke sowie die Mitglieder der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Frau Elke Behlau und Herrn Jürgen Lang, Anfang Februar. In einem Gespräch erläuterten sie die Schwerpunkte und Forschungsteams des Institutes - von Ergonomie & Mensch-Maschine-Systeme über Human Factors Engineering und Ergonomics in Healthcare Gesundheitswesen bis zur Arbeitsorganisation - das seit mehr als 50 Jahren Forschung und Lehre zur Arbeitswissenschaft betreibt.    

Auch das aktuelle Transferprojekt „Arbeitszeitbox- Praxishilfen für die Arbeitszeitgestaltung“ des Institutes für Arbeitswissenschaft wurde Rudolf Henke durch den Projektbearbeiter Dipl.-Wirt.-Ing. Alexander Rannacher vorgestellt. In einem Zeitraum von November 2014 bis Oktober 2017 wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit 250.000 Euro gefördert. Ziel des Projekts ist es, arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse, Erfahrungen aus Betrieben sowie bereits existierende Instrumente und Konzepte zum Thema Arbeitszeit praxisgerecht aufzubereiten. Die Arbeitszeitbox soll kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einen schnellen Einstieg in die Thematik sowie eine Anwendung der vorhandenen Methoden und Instrumente ermöglichen. Es werden u.a. Planungshilfen (z.B. einfache Excel-Tools, Apps, Checklisten, Musterfragebögen, Handlungsempfehlungen) und Best Practices zusammengestellt und in einer strukturierten Übersicht dargestellt. Die Instrumente und Tools werden zusammen mit dem Beratungsunternehmen und geförderten Entwicklungspartner d-ialogo erprobt und in der Arbeitszeitbox auf einer zentralen "Arbeitszeit-Landing-Page" zur freien Verfügung bereitgestellt.

„Besonders auf kleine und mittelständische Betriebe kommen gegenwärtig und auch in Zukunft viele Herausforderungen zu, die eng mit lebensphasenbezogenen Umständen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verknüpft sind und sich unmittelbar auf die Unternehmen auswirken. Denken wir dabei an die Elternzeit oder die Pflegezeit von Familienangehörigen. Diese Dynamik erfordert flexible und demografierobuste Arbeitszeitsysteme, die hier in Aachen entwickelt werden. Ich bin auf die Ergebnisse gespannt“, so das positive Fazit von Rudolf Henke nach seinem Besuch.

Wenn Sie Interesse an der Erprobung, den Ergebnissen oder der Schulung haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit einem der Ansprechpartner auf. Die entsprechenden Kontaktdaten erhalten Sie hier