Bericht aus Berlin beim KKV Aquisgrana

Die „Meinung vom Mann vor Ort“ war am Abend des 22. Oktobers in der Domsingschule gefragt. Wie läuft die große Koalition, warum ist die Opposition gegen alles und ist die Alternative für Deutschland (AfD) eine Protestpartei von kurzer Dauer, waren nur einige Fragen die dem Bundestagsabgeordneten Rudolf Henke auf einer Veranstaltung des KKV Aquisgrana gestellt wurden.

Gespannt folgten die Besucher dem „Bericht aus Berlin“ von Rudolf Henke. Durch den Abend führte der 1. Vorsitzende des KKV Aquisgrana, Bernd Reinders. Rudolf Henke bezog zu einem bunten Strauß aktueller Themen Stellung: Dazu gehörten die Arbeit der großen Koalition und der Opposition, die Terrormiliz "Islamischer Staat" und die Waffenlieferungen ebenso wie die derzeitigen Maut-Pläne, der Haushaltsausgleich, die Debatte um die Sterbehilfe, die AfD, die Bundeswehr und ihre Ministerin, aber auch die Streiks der Bahn und Lufthansa.

Besonders interessiert waren die Zuhörer, an der Meinung von Rudolf Henke als Arzt und Mitglied des Ausschusses für Gesundheit, zu den derzeitigen Debatten über die Sterbehilfe. So machte Henke deutlich, dass in der Bevölkerung, aber auch in der Politik, noch ein großer Aufklärungsbedarf über die aktuelle Rechtslage und die Möglichkeiten zur Sterbehilfe herrscht. Besonders über die Vereine, die Sterbehilfe "zu einer in Flugblättern beworbenen Leistung machen", zeigten sich Henke, aber auch die Zuhörer beklommen. Weiter warnte er vor der Tendenz zur Verachtung der Hilflosigkeit in der Debatte, denn "wenn wir alt genug werden, gehört auch dies zum Zyklus des Lebens dazu".

Neben all den Themen die zurzeit weltweit mit Fassungslosigkeit beobachtet werden, ließ das Gespräch auch Raum für kleine Anekdoten und Eindrücke aus der Arbeit von Rudolf Henke in Berlin.

Ein großer Teil der Vermittlung von Politik fände in den Medien statt. So warnte er vor der vorgefassten Meinung über Politik und dessen Akteure. Die "Fernsehwahrnehmung" sei nur die Oberfläche. Dies habe auch er persönlich das ein oder andere Mal erfahren, wenn er Kollegen, die er persönlich nicht kannte, falsch eingeschätzt hat. Das richtige Bild und Verhältnis entstehe erst über persönliche Treffen.

Am Ende des Abends gab der Bundestagsabgeordnete zu, dass auch er als der „Mann vor Ort“ Entwicklungen ausgesetzt sei, bei denen man sich hilflos fühlt. Gerade aktuelle Entwicklungen wie die Ebola-Epidemie oder die Flüchtlingsproblematik stelle die Welt und die Politik vor große Herausforderungen. Hier solle sich jeder nochmals bewusst machen, dass jede Hilfe und jeder Euro der vor Ort eingesetzt werden kann, eine weitere Möglichkeit ist, um es den betroffenen Menschen zu erleichtern, bei sich daheimbleiben zu können.