Besuch bei der Gesellschaft für Sicherheitspolitik

Am Mittwoch, dem 4. Februar hatte die Gesellschaft für Sicherheitspolitik Sektion Aachen / Heinsberg zu einem Vortrag über die Rolle der NATO auf der operativen Ebene eingeladen

Der Gastredner Oberst Martin Klein informierte hier die geladenen Gäste über die aktuellen Engagements und Herausforderungen des nordatlantischen Bündnisses. Als Pressesprecher des Hauptquartiers vermittelte Oberst Klein einen faszinierenden Einblick in die veränderten Strukturen der NATO.

Gerade weil Krisen, Konflikte und Einsatzszenarien in der heutigen Zeit immer kurzfristiger werden, plant die NATO eine Aufstockung ihrer schnellen Eingreiftruppe von bislang 13.000 auf 30.000 Soldaten. Die Bundeswehr stellt der aktuellen Planung zufolge circa 3.700 Angehörige für mögliche Einsätze zur Verfügung. Die Mehrzahl der zugesicherten Kräfte stammt dabei aus dem Panzer-grenadierbataillon 371 aus Marienberg in Sachsen sowie dem Deutsch-Niederländischen Korps aus Münster.
Oberst Martin Klein zeigte in seinem Vortrag gleichsam die Krisenpotentiale der Gegenwart auf. Auch wenn Russland immer noch ein Partnerstaat der NATO ist, so kann das Bündnis die Waffenlieferun-gen an die ostukrainischen bzw. prorussischen Separatisten nicht akzeptieren. In vielen europäischen  

Staaten ist die Angst vor russischen Expansionsbestrebungen in den letzten Jahren gestiegen.  Insbesondere die Annexion der Krim durch russische Fallschirmjäger 2014 machten für viele Bürger und Politiker Sanktionen gegen Russland zur humanitären und demokratischen Pflicht. Es geht von Seiten der NATO nicht darum, Szenarien des Kalten Krieges wieder zu reaktivieren, sondern einzig politisch-wirtschaftliche Sanktionen erscheinen als erfolgversprechendes Mittel, um die Putin-Führung wieder an den Verhandlungstisch zu zwingen.