Blaue Engel im Dienst der Menschen- Rudolf Henke besucht die Aachener Bahnhofsmission

Oft ist sie die letzte Anlaufstelle, wenn Menschen von Krankheit oder Einsamkeit erfüllt oder auf der Suche nach Schutz und Ruhe sind: Rudolf Henke besuchte die Aachener Bahnhofsmission im Januar 2016.

Täglich gehen circa 23.000 Menschen am Aachener Hauptbahnhof aus und ein. Der Mikrokosmos Bahnhof ist für Reisende sowie für Einheimische ein wichtiger Anzugspunkt. Ein Gefühl der Sicherheit ist dafür eine Grundvoraussetzung. Für dieses Gefühl der Sicherheit sorgen neben den Beamten der Bundespolizei und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Bahn vor allem aber die „Blauen Engel“ der Bahnhofsmission Aachen. Ständig sind sie im Wechsel im und um den Bahnhof unterwegs, stets zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wird und deutlich erkennbar an ihren blauen Westen. Als „Ort gelebter Kirche“ basiert das Angebot der Bahnhofsmission auf christlichen Werten, wie Nächstenliebe, Respekt und Achtung. Die Bahnhofsmission bietet Reisehilfen und Reisebegleitung für Menschen an, bietet und vermittelt praktische Hilfen in Form einfacher Sachleistungen und ist ein Ort, bei dem Menschen seelsorgerliche und spirituelle Angebote finden können. Aber auch für Missgeschicke auf Reisen, Krankheit oder Pech stehen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer unter der Leitung von Elke Schreiber, Diakonin und Sozialarbeiterin, den Menschen beiseite. Neben den Reisenden suchen auch viele Einheimische den Schutz und Rat in der Bahnhofsmission. Sie erhalten einen Platz, um sich aufzuwärmen, ein offenes Ort und auch Hilfe zur Selbsthilfe. Die Bahnhofsmission ist eng vernetzt mit der sehr guten Hilfestruktur und den dazugehörigen Einrichtungen auf regionaler Ebene.

Angewiesen ist die Bahnhofsmission, neben der Arbeit von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sehr gerne willkommen sind, auch auf Spenden. Die Finanzierung der Bahnhofsmission erfolgt alleinig durch die beiden Träger. Eine Förderung auf kommunaler oder Landesebene erfolgt nicht. Die Deutsche Bahn stellt der Bahnhofsmission ihre Räume mietfrei zur Verfügung. Dennoch stößt auch die Bahnhofsmission finanziell an ihre Grenzen und ist dankbar für jede Unterstützung, um auch in Zukunft dazu beitragen zu können, dass der Bahnhof ein Ort der Sicherheit und des Wohlfühlens für die Menschen ist.  

Hintergrund

Seit 1894 gibt es Bahnhofsmissionen, die ursprünglich von Frauen organisiert wurden, die basierend auf ihrem christlichen Glauben, Unterstützung für Mädchen und junge Frauen leisteten, die ihre ländlichen Regionen verließen, um in der Stadt bezahlte Arbeit und Unterkunft zu finden. Oft gerieten sie jedoch in schwierige, gefahrvolle Lagen. Die Bahnhofsmissionen dienten ihnen als Orte der Hilfe und des Schutzes. Im Laufe der Zeit erweiterte sich die Arbeit der Bahnhofsmission vom Mädchen- und Frauenschutz zu einem Anlaufpunkt für alle Menschen am Bahnhof. Die Aachener Bahnhofsmission gibt es seit dem Jahr 1901.

Auf dem Bild sind zu sehen: v.l.n.r. Elke Schreiber, Vetreterinnen der ökomenischen Trägerschaft der Diakonie und von IN VIA e.V. (2.v.l.und 4.v.l.), ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie Rudolf Henke.