Christenverfolgung weiter höchst besorgniserregend

Neuer Lagebericht von Open Doors – Kauder: „Das kann uns nicht ruhen lassen“

Rund 100 Millionen Christen auf der Welt werden nach wie vor wegen ihres Glaubens verfolgt und bedrängt. Diese Zahl veröffentlichte die überkonfessionelle christliche Organisation Open Doors in ihrem neuen Jahresbericht über die Situation der Christen Anfang Januar. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, zeigte sich zutiefst besorgt: „Das kann uns nicht ruhen lassen, und es wird die CDU/CSU-Bundestagsfraktion auch in den nächsten Jahren nicht ruhen lassen.“

Kauder erklärte weiter: „In Zeiten sich ausbreitender Gewaltbereitschaft religiöser Fanatiker wächst die Gefahr für christliche Gemeinden und einzelne Gläubige. Eine Trendwende zeichnet sich leider nicht ab.“ Erschreckend ist laut Weltverfolgungsindex von Open Doors insbesondere die Lage in Syrien, wo Christen noch vor wenigen Jahren ruhig leben konnten. Der für Christen gefährlichste Ort bleibt aber Nordkorea. Hier kann schon der Besitz einer Bibel die Todesstrafe nach sich ziehen. Laut Open Doors gibt es außerdem immer mehr Staaten, in denen der Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung Gewalt und Hass gegen religiöse Minderheiten mit sich bringt. In Somalia, dem Irak oder Syrien werden Christen gezielt angegriffen. Gerade an den christlichen Feiertagen trifft sie die Gewalt heimtückischer Extremisten.

Anschläge zu Weihnachten verurteilt

Auch in diesem Jahr gab es zu Weihnachten brutale Anschläge gegen Christen im Irak und der Zentralafrikanischen Republik,  die zahlreiche Opfer forderten. „Diese Anschläge verurteilt die CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf das Schärfste“, erklärte Kauder und fügte hinzu: „Besonders perfide ist, dass die Täter gerade dann zuschlagen, wenn Christen einen ihrer höchsten Feiertage begehen, wenn sie in ihren Kirchen das Fest der Freude über die Geburt Jesu feiern, von dem nicht zuletzt eine Friedensbotschaft ausgeht.“ Deshalb dürfe man nicht aufhören, sich für das Menschenrecht auf Religionsfreiheit einzusetzen. „Der Schutz bedrohter und bedrängter Christen auf der ganzen Welt muss eines unserer Hauptanliegen sein.“

Der Fraktionsvorsitzende zeigte sich besonders beunuhigt über die Lage in Syrien, das an dritter Stelle des Index geführt wird. „Wenngleich alle Syrer unter dem schrecklichen Bürgerkrieg leiden, werden die etwa zehn Prozent christlichen Syrer unter ihnen zunehmend deshalb angegriffen, weil sie Christen sind. Der Bürgerkrieg in Syrien muss auch im Sine der religiösen Minderheiten beendet werden.  Daran mitzuarbeiten, ist eine der zentralen Fragen der deutschen Außenpolitik.“

Wie man den Opfern der Gewalt am besten helfen könne, müsse immer wieder neu diskutiert werden, forderte Kauder. „Die Aufnahme weiterer Flüchtlinge in Deutschland ist dabei sicher ein Weg, Leid zu lindern. Der Masse der Betroffenen hilft das aber nicht. Deshalb gilt es, der Not in den Flüchtlingslagern zu begegnen.“ 

Weitere Reise nach Ägypten angekündigt

Besonderen Anteil nimmt Volker Kauder auch an der Situation der Kopten in Ägypten. Kurz vor Weihnachten nahm er am Fest zum 20-jährigen Bestehen des koptisch-orthodoxen Klosters in Höxter teil. Dort traf er erneut mit dem koptischen Papst Tawadros II. zusammen, der im Rahmen seines Deutschlandbesuchs die Taufkapelle des Klosters weihte. Für Februar kündigte der Fraktionsvorsitzende eine Reise nach Ägypten an, um sich über die Lage der Christen vor Ort ein Bild zu machen.

Volker Kauder äußerte die Hoffnung, dass sich mit der neuen Verfassung, über die die Ägypter in dieser Woche abgestimmt haben, die Situation für die koptischen Christen verbessern wird. Der Entwurf definiere zwar – wie auch die vorausgegangenen Verfassungen - den Islam als offizielle Staatsreligion, er enthalte aber ein Bekenntnis zu den meisten Grund- und Menschenrechten. Daher sollte man davon ausgehen können, dass auch die Rechte der christlichen Minderheit nun stärker zur Geltung kommen.

Quelle Bild: Markus Hammes