Dem Leid standhalten und Hilfe leisten: Rudolf Henke besucht die Malteser

Schwerstkranke und Sterbende gut zu begleiten und ihre Würde zu achten, gehört zu den wichtigsten Aufgaben einer menschlichen Gesellschaft. Bei seiner zweiten Station der Sommertour brachte dieses wichtige Thema Rudolf Henke zu den Maltesern in der Diözese Aachen.

Menschliche Zuwendung und gute pflegerische, medizinische und seelsorgerische Hilfen sind daher das Wichtigste, was unsere Gesellschaft Schwerstkranken und Sterbenden schuldet. Oft kommen Menschen, die mitten im Leben stehen, jedoch erst mit diesen Themen in Verbindung, wenn sie persönlich betroffen sind. Die aktuellen Gesetzesvorhaben im Deutschen Bundestag- zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung sowie die Debatten zur Sterbebegleitung- helfen, dass das Thema „Sterben“ in der Mitte der Gesellschaft diskutiert wird.

Bei seiner zweiten Station der Sommertour brachte dieses wichtige Thema Rudolf Henke zu den Maltesern in der Diözese Aachen, die seit vielen Jahren im Bereich der ambulanten Hospiz-und Palliativarbeit mit dem Dienst „DaSein“, in stationären Hospizen und auf Palliativstationen sowie in Krankenhäusern und Altenhilfeeinrichtungen aktiv sind. Gleich zu Beginn des Gespräches betonten der Diözesangeschäftsführer Wolfgang Heidinger, sowie der Diözesanleiter Jürgen Werner, dass sie die aktuellen politischen Debatten sehr begrüßen, damit die Themen  „Sterben“ und „Sterbebegleitung“ in der breiten Öffentlichkeit einen Platz erhalten. Wolfgang Heidinger betonte in diesem Zusammenhang auch, dass der Bundesverband der Malteser zum Thema Sterbebegleitung den Gesetzesentwurf von Michael Brand, Kerstin Griese etc. unterstützt. Im eigenen Positionspapier der Malteser heißt es dazu: „Die Malteser sind der Meinung, dass durch die Freigabe der organisierten Beihilfe zum Suizid bzw. des ärztlich assistierten Suizides sowohl auf Prinzipienebene als auch im Sinne des Dammbruchargumentes nicht mehr rückgängig zu machende Bedingungen geschaffen werden, die der Gesellschaft in Deutschland nicht gut tun.“ Auch Rudolf Henke unterstützt diesen Antrag und wirbt für ein strafrechtliches Verbot organisierter oder anderweitiger geschäftsmäßiger Beihilfe zur Selbsttötung.

Neben der täglichen Arbeit in der Hospiz-und Palliativversorgung ist es auch ein Ziel, so die Koordinatorin des Hospizdienstes „DaSein“, Madeleine Bell, dass das Hospiz und die palliative Versorgung langfristig als gesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen und ausgehalten wird. Rudolf Henke betonte, dass mit dem aktuellen Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland ein wichtiger Schritt dafür getan wird. Konkret sollen u.a. die ambulante Palliativversorgung sowie die Vernetzung der Angebote gestärkt werden, die finanzielle Ausstattung stationärer Hospize verbessert werden und Versicherte einen Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung erhalten. Insgesamt sollen die ärztliche Versorgung und die Hospizkultur in Pflegeeinrichtungen weiter verbessert werden mit dem Ziel, dass Schwerstkranke Menschen in der letzten Lebensphase in jeder Hinsicht gut versorgt und begleitet werden.      

Eine weitere wichtige Aufgabe der Malteser ist der Bereich „Trauer“. Jeder Abschied von einem geliebten Menschen ist auch unmittelbar mit Trauer verbunden. Dabei sind die Gefühle der Trauer so unterschiedlich wie die Menschen selbst und jeder Mensch durchlebt seine Trauer individuell, auf seine ganz eigene Weise. Kinder und Jugendliche trauern oftmals anders als Erwachsene. Im Umgang mit dieser Trauer bieten die Malteser unter der Leitung von Adelheid Schönhofer-Iyassu und Maria Pirch in der Pfarrei Franziska von Aachen für trauernde Kinder und Jugendliche mit dem Trauerprojekt „diesseits“ und dem Trauercafé „Tabitha“ ein niederschwelliges Kontakt- und Beratungsangebot. Darüber hinaus unterstützen sie zusammen mit einem ehrenamtlichen Team Schulen und Kindergärten beim Umgang mit den Themen „Tod und Trauer“. Seit 2010 konnten im Rahmen des Trauerprojektes bereits circa 1000 Kindern und Jugendlichen bei ihrer Trauer begleitet werden. Ziel des Projektes ist es, langfristig einen anerkannten gesellschaftlichen Rahmen zu schaffen. 

 „Es ist bemerkenswert, welchen vielfältigen Aufgaben die Malteser im Bereich der Hospiz- und Trauerarbeiten, mit Hilfe von vielen ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern, nachgehen. Mit ihren Aufgaben, die sie verantwortungsvoll für die Menschen ausüben, geben sie den schwierigen Themen „Sterben“ und „Trauer“ ein positives Gesicht und den betroffenen Menschen Zuneigung und Unterstützung. Die Politik kann im großen Rahmen unterstützen, um die Arbeit im Kleinen zu erleichtern. Mit den aktuellen Gesetzesvorhaben gehen wir einen Schritt voran,“ so das Fazit von Rudolf Henke.

Erfahren Sie mehr über die Arbeit der Malteser im Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung hier und zum Bereich der Trauerarbeit hier.