Demokratie braucht Demokraten- Bericht von den "Tagen der Begegnung"

Im Juli hat Rudolf Henke Aachenerinnen und Aachener zu den "22. Tagen der Begegnung" nach Berlin eingeladen. Birthe Marie Billmeier und Thomas Arnold aus Aachen nahmen die Einladung an und waren vom 5. bis zum 7. November 2014 in Berlin dabei. Hier berichten sie von ihren Eindrücken und Erfahrungen.

Es ist kein Zufall, dass sich links vom Reichstag hohe Gebäude aus Glas und Beton erheben, in denen heute die Parlamentarier zwischen Büros, Anhörungen und Arbeitsgruppen pendeln. Das Paul-Löbe- und das Marie-Luise-Lüder-Haus - so wurden die beiden Häuser nach ehemaligen deutschen Parlamentariern, die sich besonders für die Demokratie eingesetzt haben, benannt- stehen rechts und links der Spree. Damit stehen sie auch rechts und links der ehemaligen Berliner Mauer. Verbunden sind sie durch zwei Brücken, die den Austausch ermöglichen. Genau 25 Jahre nach Öffnung der Berliner Mauer sind sie eine Erinnerung und Mahnung, Gräben zu überwinden und Brücken zu bauen. Eine solche Brücke wollen auch die Tage der Begegnung sein, die in diesem Jahr zum 22. Mal unter Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten, Prof. Dr. Norbert Lammert, vom 5. bis 7. November 2014 stattfanden. An der fraktionsübergreifenden Veranstaltung nahmen insgesamt 180 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 28 Jahren teil. Aus Aachen waren auf Einladung des Bundestagsabgeordneten für den Aachener Wahlkreis, Rudolf Henke (CDU), Birthe Marie Billmeier und Thomas Arnold mit dabei. Die Studentin und der Vorstandsreferent eines katholischen Hilfswerks waren dankbar, einen tiefen Einblick ins parlamentarische Geschehen zu erhalten. „Ich bin froh, dabei gewesen zu sein und so viele verschiedene Menschen getroffen zu haben, die mit ihrem Glauben als Wertefundament die Politik gestalten“, unterstrich Birthe Billmeier.

Hervorgegangen sind die Tage der Begegnung vor über 20 Jahren aus dem fraktionsübergreifenden Gebetsfrühstück. Im jährlichen Rhythmus wollen sie junge Menschen dazu ermutigen, politisches Engagement mit ihrem Glauben zu verbinden. „Gerade bei den aktuellen Fragen wie IS-Terror und den damit verbundenen Waffenlieferungen oder einer Haltung in der Debatte zum begleiteten Suizid braucht es einen Hintergrund und eine Grundlage, die stützt - und von der ich man getragen weis“, erklärte Thomas Arnold.

Das sich auf solche Fragen auch die Abgeordneten des 18. Bundestags eine Antwort nicht leicht machen, erfuhren die jungen Erwachsenen in zahlreichen, einzigartigen Begegnungen mit Persönlichkeiten der deutschen Politik. Unter anderem trafen sie in den Tagen den Bundestagspräsidenten, Prof. Norbert Lammert, den Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe, den ehemaligen Bundesverteidigungsminister und heutigen religionspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Dr. Franz-Josef Jung, sowie die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, Dr. Maria Flachsbarth. Letztere war auch eine von jenen über 80 Abgeordneten,  die sich während eines gemeinsamen Frühstücks kurz vor Abschluss der Tage für eine persönliche Begegnung mit den jungen Menschen Zeit nahm und ihre Erfahrungen am Tisch teilte. „Zum Abschied ermutigte sie uns mit den Worten ‚Demokratie braucht Demokraten‘ - was für eine gewichtige Aussage an einem Morgen, an dem Wolf Biermann kurz darauf im Bundestag mit seinem Auftritt ein Zeichen gegen das Vergessen setzte“, erzählte Thomas Arnold begeistert.

Die Aachener Teilnehmer waren sich einig: Die Tage der Begegnung machen Mut, sich selbst auf die Brücke zu wagen, um die Gesellschaft mit demokratischen Mitteln und auf einem christlichen Wertefundament mitzugestalten.