Der Bundestag – ein wunderbarer Arbeitsplatz und ein noch besserer Ort um Politik zu machen

Für einen Absolventen des Studiengangs Politische Wissenschaft ist ein Praktikum im Büro eines Bundestagsabgeordneten eine wertvolle Gelegenheit, den parlamentarischen Alltag und die politischen sowie bürokratischen Abläufe,

die sich hinter Regierungsbeschlüssen und Entscheidungsprozessen verbergen, im Detail mitzuerleben.

Da ich mich langsam meinem Studienabschluss nähere, wollte ich neben diversen außenpolitischen Erfahrungen, die ich während anderen Praktika gesammelt habe, auch die innenpolitische Perspektive der Regierungsprozesse kennenlernen und so erhielt ich die Möglichkeit einen Monat lang im Berliner Abgeordnetenbüro von Herrn Rudolf Henke zu hospitieren.

In diesem Monat wurden mir überaus interessante Einblicke in den verschiedenen Liegenschaften des Deutschen Bundestages gewährt, die mir das Beiwohnen an Sitzungen diverser Ausschüsse und Anhörungen erlaubten und so die Debatten zu aktuellen gesundheitspolitischen Themen näherbrachten. Die Teilnahme an der Sitzung einer Arbeitsgruppe der Fraktion war zudem ein überaus interessantes Erlebnis, denn so wurde mir die große Bedeutung der wissenschaftlichen Mitarbeiter deutlich, die als politische Berater fungieren und während den Ausschüssen im Rücken der Abgeordneten sitzen und ihnen durchgängig Ratschläge geben können. Diese aktive Teilhabe an solchen Prozessen zeigt deutlich, dass Politik ein vielschichtiger Prozess ist, der auf Abstimmung und Kommunikation zwischen unterschiedlichen Positionen und Informationen beruht und die Notwendigkeit einer hohen Expertise der relevanten Themengebiete erforderlich macht.

Der politische Berater repräsentiert also neben dem Abgeordneten eine wichtige Instanz, die so auch politische Prozesse mit beeinflussen kann und stark auf wissenschaftliche Kenntnisse, die man im politikwissenschaftlichen Studium erlernt hat, beruht. Vertrauen und Verantwortung gehen mit solch einer Position einher und so sollte der Berater auch gewissermaßen mit der Politik des Abgeordneten konform sein und ihm inhaltlich und rhetorisch zuarbeiten können, was nach außen hin vor allem dadurch deutlich wird, dass dieser den Abgeordneten auch meist bei politischen Terminen oder Podiumsdiskussionen begleitet. Dieser Arbeitsalltag wurde mir deutlich während meines Praktikums vermittelt und zeigte mir neue Perspektiven einer möglichen Berufswahl nach dem Erwerb meines Master-Abschlusses, die vor allem durch die geduldige und aufwändige Betreuung der wissenschaftlichen Mitarbeiter von Herrn Henke zusätzlich verstärkt wurden.

Neben solchen detailreichen Arbeitsprozessen war das Miterleben einer Plenarsitzung des Deutschen Bundestags ein noch spannenderes Ereignis im Praktikum, was in mir und sicherlich auch in vielen anderen Praktikanten den Wunsch danach weckte, mal persönlich als Parlamentsmitglied mitdebattieren zu dürfen. Ob dies nur ein Wunsch bleibt, wird die Zukunft zeigen, denn das Praktikum hat mir auch deutlich gemacht, dass der Alltag eines Abgeordneten überaus strapaziös sein kann und dass solche Momente, wie die Debatte in einer Plenarsitzung oft nur die Kür einer langen Sitzungswoche und noch längeren Verhandlungen ist.

Zuletzt ist es für mich von großer Bedeutung zu erwähnen, dass Politik etwas Lebendiges ist, was durch Debatten und verschiedene Meinungen genährt wird. Dieser Diskurs findet im Regierungsviertel von Berlin eine wunderbare Plattform zum Dialog und genau das verdeutlicht das politische Treiben dieses Zentrums der Bundesrepublik Deutschland. Alles erinnert im Regierungsviertel an Dialog und Austausch – ob es die langen Trakte zwischen Reichstag und anderen Häusern des Bundestages sind, oder die Fusion der alten Gemäuer des Reichstagsgebäudes mit modernen architektonischen Werken, wie der Reichstatgskuppel – alles erinnert an Kompromiss und Verträglichkeit. Der Bundestag ist ein wunderbarer Arbeitsplatz und ein noch besserer Ort um Politik zu machen. Ich danke dem Team von Herrn Henke für seine warmen Ratschläge und die überaus freundliche Betreuung und Herrn Henke danke ich für die einmalige Gelegenheit, einen Monat lang Teil seines Teams zu sein.