Eröffnung des Forschungscampus Flexible Elektrische Netze

Am 5. Oktober fand die offizielle Eröffnungsfeier des Forschungscampus Flexible Elektrische Netze (FEN) am Campus Melaten statt. Vor einem Jahr erhielt FEN die offizielle Förderzusage vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und startete mit vier Projekten.

Zur offiziellen Einweihung konnte Geschäftsführer Dr. Christian Haag neben dem Rektor der RWTH, Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg, auch den Parlamentarischen Staatssekretär des BMBF, Thomas Rachel, sowie den Aachener Bundestagsabgeordneten Rudolf Henke begrüßen.

Die Energiewende ist aktuell eine der größten ökologischen, technologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Im Jahr 2014 ist der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch auf 28,7 Prozent gestiegen, in zehn Jahren soll er bei 40 bis 45 Prozent liegen. Doch während Strom aus Wind und Sonne naturgemäß schwanken, brauchen die Haushalte und die Industrie jederzeit eine verlässliche Stromversorgung. Zentrale Fragen sind daher die Gestaltung des Strommarkts der Zukunft, die Umstellung des Kraftwerksparks und die Modernisierung und der Ausbau der Netze. Mit der letzten Fragestellung, die oft als die „Achillesverse der Energiewende“ bezeichnet wird, beschäftigt sich seit einem Jahr das FEN, das mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam an der Entwicklung von flexiblen elektrischen Netzen für eine zukünftige Energieversorgung mit einem hohen Anteil volatiler, regenerativer und dezentraler Energieerzeugung forscht. Das Center sieht hohes Potential in der Gleichspannungstechnologie, der Verbindung von unterschiedlichen Energienetzen und den IKT-Technologien, um die Herausforderungen an das elektrische Versorgungssystem auf allen Spannungsebenen, insbesondere aber für die Mittel- und Niederspannungsverteilung, anzugehen. Insbesondere die Energieverteilung muss flexibler werden, um den hohen Anteil an verteilter elektrischer Erzeugung aufnehmen und zu den Verbrauchern leiten zu können. In einem Konsortium aus 15 Universitäten und mehr als 40 Industriepartnern aus unterschiedlichen Fachbereichen forscht das Center in drei Konsortien, je eins pro Spannungsebene, untergliedert.

Der Forschungscampus Flexible Elektrische Netze wird durch die Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit bis zu zwei Millionen Euro jährlich für einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren gefördert. Das BMBF unterstützt mit diesem Modell Hochschulen und Unternehmen, die partnerschaftlich und langfristig an komplexen Forschungsfeldern mit einem hohen Innovationspotenzial und hoher gesellschaftlicher Relevanz arbeiten. So können komplexe und vielschichtige Forschungsfelder mit hohem Forschungsrisiko und besonderem Potenzial für Sprunginnovationen bearbeitet werden. Darüber hinaus leisten die Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft maßgebliche Eigenbeiträge zur Finanzierung des Forschungscampus. Das BMBF hat, wie der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel betonte, die Forschung im Bereich der Energiewende zu einer der zentralen Agendaprozesse ernannt. Mit den neuen Kopernikus-Projekten, die im Juni 2015 ausgeschrieben wurden, sollen konkrete Lösungen für künftige Herausforderungen beim Umbau des Energiesystems entwickelt werden. Pro Kopernikus-Projekt sollen 10 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt werden für eine Projektlaufzeit von 10 Jahren.

Weitere Informationen zu FEN erhalten Sie unter www.FENaachen.net.