Ergebnisse der Klimakonferenz in Paris

Die Weltklimakonferenz hat sich in Paris auf ein Klimaschutzabkommen geeinigt. Dieses Abkommen ist der Beginn einer neuen Ära im internationa­len Klimaschutz.Lesen Sie hier mehr.

Erstmals haben sich alle Staaten zu ihrer Verantwortung bekannt und konkrete Verpflichtungen zu Klimaschutzmaßnahmen über­nommen. Damit endet die Zeit, in der nur einige wenige sogenannte In­dustrieländer Klimaschutzverpflichtungen haben, während die große Mehr­heit — darunter mittlerweile wohlhabende Staaten — lediglich in beschränk­tem Umfang freiwillig beiträgt.

Anstelle dieser alten Zweiteilung gibt es jetzt eine faire Differenzierung, wonach jeder so viel beiträgt, wie er kann. Zum ersten Mal machen sich also alle Länder dieser Welt gemeinsam auf den Weg, den Planeten zu retten. Die Vorzeichen für die Konferenz waren gut. Zum Ende hatten 187 Staaten eigene nationale Klimaschutzpläne vorgelegt. Das ist eine Entwicklung, die vor zwei Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Insgesamt hat das Ergebnis der Konferenz meine Erwartungen deutlich übertroffen. Das Abkommen nimmt alle Forderungen auf, die wir vor der Konferenz formuliert hatten.

Zum ersten Mal wird die 2-Grad-Obergrenze völkerrechtlich verbindlich verankert. Darüber hinaus sollen sich die Staaten anstrengen, den Tempera­turanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Erwähnung der „1,5 Grad-Grenze" ist nicht nur eine inhaltsleere Floskel, sondern sie spiegelt unsere moralische Verpflichtung vor allem gegenüber den kleinen Inselstaaten wi­der, deren gesamte Existenz hiervon abhängt.

Das Abkommen verbindet die Temperatur-Obergrenze mit einer konkreten Handlungsanweisung: Globale Treibhausgasneutralität in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Bis dahin muss die Belastung der Atmosphäre auf Null sinken. Das bedeutet im Klartext: Die gesamte Weltgemeinschaft hat den Abschied von fossilen Energien beschlossen! Das Pariser Abkommen be­nennt auch konkret, wie das Ziel erreicht werden soll. Ab 2020 werden die Staaten alle fünf Jahre neue Klimaschutzpläne vorlegen, die so ambitioniert wie irgend möglich sein müssen. Für diese Pläne gilt das verbindliche Prin­zip, dass sie nicht abgeschwächt werden dürfen, sondern immer ehrgeiziger werden müssen. Außerdem muss jedes Land über seine Treibhausgasemissionen berichten, damit die Fortschritte nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch der Realität entsprechen.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit