Hendricks bittet Belgien um vorübergehende Abschaltung von Tihange 2 und Doel 3

Bis zur Klärung offener Sicherheitsfragen bittet Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die belgische Regierung, Tihange 2 und Doel 3 vom Netz zu nehmen. Das gab das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit am 20. April bekannt.

Hintergrund ist ein Bericht der unabhängigen Reaktorsicherheitskommission (RSK), welche die Sicherheitsreserven der Reaktoren beurteilt hat. Unter der Annahme einer Störfallbelastung kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass es aus heutiger Sicht „keine konkreten Hinweise gibt, dass die Sicherheitsabstände aufgezehrt sind. Es kann aber auch nicht bestätigt werden, dass diese sicher eingehalten werden.“

Deutsche und belgische Experten befürworten weitere Untersuchungen im Hinblick auf die in den Reaktordruckbehältern gefundenen Wasserstoffflocken. Bis diese Untersuchungen abgeschlossen sind, sei es laut Bundesumweltministerium richtig, die Anlage vorübergehend vom Netz zu nehmen.

Rudolf Henke hat sich zuletzt Ende November 2015 in einem gemeinsamen Schreiben mit den Bundestagsabgeordneten der Region Thomas Rachel, Helmut Brandt, Detlef Seif und Wilfried Oellers an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gewandt und sich für ein Umdenken bei der belgischen Atomaufsicht FANC eingesetzt.

„Ich begrüße, dass Frau Hendricks die belgische Regierung um diesen Schritt gebeten hat und hoffe, dass Belgien der Bitte im Sinne der besorgten Bevölkerung nachkommen wird“, so Rudolf Henke zum Vorstoß der Bundesumweltministerin.