Hilfe zur Selbsthilfe: Aachener Verein hilft Betroffenen

Im Mai 1997 haben sich von psychischen Problemen oder Krankheiten Betroffene zum Verein Psychiatrie-Patinnen und -Paten e.V. (PP e.V.) in Aachen zusammengeschlossen. Zum Auftakt seiner diesjährigen Sommertour besuchte Rudolf Henke den Verein, um sich über die Arbeit von Doris Thelen und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu informieren.

Nach dem Vorbild niederländischer Ombudsleute gründeten sieben Mitglieder den Verein, um ein gesellschaftliches und politisches Forum zur Selbsthilfe zu bieten. Entstanden ist ein Netzwerk von ca. 90 Betroffenen, einigen Nichtbetroffenen und Fördermitgliedern in Aachen, die kontinuierlich die Situation Betroffener verbessern. 

 „Hilfe zur Selbsthilfe“- unter diesem Motto haben die Psychiatrie-Patinnen und Paten e.V. das Projekt „Peer-Counselling“ zum Kernstück ihrer Arbeit gemacht. Das bedeutet in diesem Fall: Menschen, die sich selbst im Verlauf ihres Lebens in einer psychischen Krise befunden haben, beraten und unterstützen nun Menschen, die aktuell betroffen sind. Dabei handelt es sich nicht um Betreuungen nach dem sogenannten Betreuungsgesetz, sondern um ein eigenes Konzept, das die Pat/innen und -Paten und die begleitende Person gleichberechtigt sieht. Die Patenschaft ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, wobei der Pate tendenziell etwas mehr geben sollte. Für diese Aktivität stellt der Landschaftsverband Rheinland (LVR) dem Verein Mittel zur Verfügung, die jedoch nicht zur kompletten Kostendeckung ausreichen. Weitere Mittel stellen deshalb die Stadt Aachen, Krankenkassen und Stiftungen, neben Spenden und Mitgliedsbeiträgen, zur Verfügung.

Darüber hinaus bietet der Verein Beratungen für Betroffene an, organisiert ein Café und eine Disco, bietet eine Musik- und eine Kochgruppe an, organisiert Ausflüge und Vorträge. Alle Angebote sollen den Betroffenen eine Chance bieten, Wege aus der Isolation zu finden und neue Kontakte zu knüpfen. Des Weiteren bietet der Verein in Zusammenarbeit mit dem Aachener Uniklinikum und dem Alexianer-Krankenhaus einen monatlichen Besuchsdienst für Patienten an, die stationär behandelt werden.

Weitere Informationen zum Verein finden Sie unter www.ppev.de.