Lernen von den Aachener Familienpatenschaften

Rudolf Henke besuchte zusammen mit seinem Landtagskollegen Bernhard Tenhumberg und der CDA aus Heinsberg und Stadt Aachen die Fachstelle von SKM und SkF Aachen.

Seit 2006 vollbringen die Sozialverbände SKM und SkF in Aachen eine viel beachtete Leistung. Sie führen Familien, die Entlastung und Unterstützung benötigen, mit ehrenamtlichen Paten zusammen. Die Familienpaten leisten, professionell qualifiziert und begleitet, kleine Hilfen mit zuweilen großer Wirkung. Angesichts seines durchschlagenden Erfolgs ist das Aachener Modell ein Exportschlager.

Was sich aus den Erfahrungen in der Kaiserstadt sozialpolitisch und gesetzgeberisch lernen lässt, interessiert auch die Landespolitik. Am 16. Juli schaute im Rahmen der Sommertour der CDA NRW Bernhard Tenhumberg vorbei. Der Abgeordnete aus dem Kreis Borken ist Sprecher der CDU-Landtagsfraktion für Familie, Kinder und Jugendliche. Eingeladen hatten ihn die beiden CDA-Kreisverbände Heinsberg und Stadt Aachen.

Begleitet vom Aachener Bundestagsabgeordneten Rudolf Henke, den beiden CDA-Kreisvorsitzenden Alexander Scheufens (Heinsberg) und Jürgen Bruckmann (Stadt Aachen) sowie vielen CDA‘lern und Sozialpolitikern aus der Region, u.a. der Heinsberger Kreistagsmitglieds Anna Stelten, suchte Tenhumberg das Gespräch mit SKM-Geschäftsführer Torsten Nyhsen und den Mitarbeiterinnen der Fachstelle Familienpatenschaften, Eva-Maria Wagner und Marion Scheins. Aus erster Hand holte er sich die Aachener Erfahrungen aus acht Jahren Familienpatenschaften ab.

Der Abgeordnete zeigte sich überzeugt von der hohen präventiven Wirkung des Ansatzes. Was jetzt in die Begleitung von Familien mit jungen Kindern investiert werde, sei gut angelegtes Geld. In vielen Fällen würden Hilfen zur Erziehung umgangen oder spätere soziale Kosten eingespart. Und man steigere unmittelbar die Lebensqualität etwa von Alleinerziehenden, betonten regionale CDA’ler.

Es dürfe allerdings nicht sein, dass eine solche präventive Arbeit nur in den Kommunen geleistet werde, wo es starke Sozialpolitiker und mutige Verwaltungsleute gebe, sagte Tenhumberg. Das oft zu beobachtende kurzsichtige Denken in Ressorts und Wahlperioden sei zu überwinden. Die Lebenschancen eines Kindes dürften in Deutschland nicht davon abhängen, wo es geboren wird.

Mit nach Düsseldorf nahm der Abgeordnete die Botschaft, dass der Bedarf an niedrigschwelliger Begleitung von Familien ausgesprochen hoch ist. Der Ausbau der Infrastruktur in der frühen Kinderbetreuung ermöglicht zwar eine stärkere Berufstätigkeit der Eltern. Aber die emotionalen und alltagspraktischen Hürden, damit Familie gelingt, bleiben, gerade bei Alleinerziehenden.

Die Familienpatenschaften schlagen hier eine Brücke. Sie mobilisieren auf eine verantwortlich gestaltete Weise bürgerschaftliches Engagement von Menschen zwischen 20 und 80 Jahren. Wie in Aachen verlässliche ehrenamtliche Strukturen aufgebaut und nachhaltige Beziehungen zwischen Paten und Familien gestiftet werden, beeindruckte Tenhumberg.

Für mögliche gesetzgeberische Initiativen im Landtag holte sich der Abgeordnete gleich auch noch die Einschätzung ab, dass eine Fachkraft, welche Familien, Paten und Institutionen berät, qualifiziert und vermittelt, bei etwa 50 Ehrenamtlichen ihre Leistungsgrenze erreicht. Da der Bedarf quer durch die Gesellschaft reicht, zeigt allein diese Zahl die Größe der politischen Herausforderung auf.

Foto: CDA’ler aus Heinsberg und Aachen zu Gast bei der Fachstelle Familienpatenschaften, u.a. Rudolf Henke MdB (2.v.r.), der SKM-Geschäftsführer Torsten Nyhsen (4.v.r.), Heinsberger CDA-Vorsitzender Alexander Scheufens (5.v.r.), Bernhard Tenhumberg MdL(7.v.r.), Jürgen Bruckmann, Vorsitzender der CDA Aachen Stadt (links) und Anna Stelten (2.v.l.).