Mobilität im Leichtbau- Rudolf Henke zu Gast im Ford Forschungszentrum Aachen

Im Rahmen der diesjährigen Sommertour besuchte Rudolf Henke das Forschungszentrum des Automobilherstellers Ford in Aachen. Bereits seit 1994 unterhält die Ford Motor Company in Aachen einen Schmelztiegel unterschiedlichster Wissenschaften und Handwerke, die sich der Faszination Automobil verschrieben haben.

Mehr als 280 Mitarbeiter forschen unter der Leitung von Geschäftsführer Dr. Andreas Schamel und Professor Dr.-Ing. Pim van der Jagt in der Denkfabrik mit dem Ziel, Fahrdynamik, Sicherheit und Effizienz vom Reißbrett auf die Straße zu übertragen. Insbesondere die Nähe und die gedeihliche Kooperation mit den Forschungseinrichtungen vor Ort hatten den Ausschlag für den Standort Aachen gegeben. Seit vielen Jahren besteht hier ein enges Netzwerk zwischen dem Ford Forschungszentrum, den Aachener Hochschulen sowie der Wirtschaft und Wissenschaft in unserer Region. Zu den wichtigsten Arbeitsgebieten vor Ort gehören unter anderem die Erforschung neuer Antriebssysteme, die Entwicklung neuer Materialien sowie eine Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr am Beispiel der Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation.

Im Zentrum des spannenden Besuches von Rudolf Henke und seinem Team im Forschungszentrum Ford stand ein Vortrag zum Thema „Kombinationsverfahren zum Laserschneiden und zur lokalen Laserentfestigung von Bauteilen aus hochfesten pressgehärteten Stählen“. Was nun auf den ersten Blick trocken und in erster Linie nach einem Thema für Maschinenbauer und Metallurgen klingt, birgt indessen die Zukunft des Automobilbaus in sich. Um den stetig steigenden ökologischen sowie ökonomischen Anforderungen auch in Zukunft gerecht werden zu können, bedarf es hoher Ingenieurskunst umgesetzt in einem effizienten Leichtbaudesign. Neuartige hochfeste Stähle in Kombination mit effizienten Fertigungsmethoden bieten ein enormes Gewichteinsparungspotenzial. Mit den neuartigen Werkstoffen lassen sich Bauteile dünner und somit leichter gestalten, zugleich wird aufgrund der extremen Werkstofffestigkeit der passive Insassenschutz erhöht. Weil dieses Zusammenspiel von lebensrettender Karosserie und industrieller Effizienz nicht nur für die Automobilbranche, sondern auch für andere Wirtschaftszweige richtungsweisend ist, wird dieses Projekt zur Hälfte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Mit einem Gesamtvolumen von 3,68 Millionen Euro und einer dreijährigen Laufzeit sollen somit bis zum Jahre 2017 am Ford Forschungszentrum Aachen neue Wege im Leichtbau für die gesamte Wirtschaft erschlossen werden.
 

Gerade die Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft in unserer Region ist Rudolf Henke ein wichtiges Anliegen. Eine High-End-Forschung, wie sie sich in Aachen etabliert hat, schafft Arbeitsplätze in Stadt und Land, so der Bundestagsabgeordnete. Und wenn sich Firmen wie die Ford-Gruppe in Aachen niedergelassen haben, hier ihr einziges Forschungszentrum außerhalb der Vereinigten Staaten betreiben und Schritt für Schritt ausbauen, dann ist dies eine Bereicherung für unsere gesamte Region, so Rudolf Henke weiter.

Doch bevor neuartige, hochfeste pressgehärtete Stähle in Großserie verarbeitet werden und damit der Sicherheit des Menschen dienen können, gilt es Wege für deren Fertigung und Verarbeitung zu finden. Das Projekt-Team der Aachener Forschungsgruppe unter Leitung von Michael Ölscher arbeitet hierbei sowohl gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, als auch in Kooperation mit renommierten Partnern wie dem Fraunhofer-Institut sowie der Audi und der ThyssenKrupp AG.

Mobilität und Ökologie, Fahrdynamik und Effizienz sind somit die Bestandteile des Forschungszentrums Ford am Wissenschaftsstandort Aachen. Rudolf Henke bestätigte die wegweisende Leistung der Aachener Forscher an einem der wichtigsten Technik-Standorte weltweit. Die Mitarbeiter im Ford Forschungszentrum dienen durch ihre Kompetenz und Kreativität deshalb sowohl der Sicherheit von PKW-Insassen, als auch der Forschung und Wirtschaft in unserer Region. Es gibt bundesweit nur wenige Städte und Regionen, die mit einer solchen Zahl an Entwicklungsprojekten von Wirtschaft und Wissenschaft gesegnet sind, wie die Euregio. Aachen wächst und gedeiht, so Rudolf Henke, dank der schöpferischen Kraft von Forschung und Handwerk bzw. dank der Menschen, die sich mit Herzblut ihrem Beruf hingeben und so unsere Region zum Blühen bringen.