Flexi-Rente beschlossen: Flexibler Einstieg in den Ruhestand möglich

Der Bundestag hat am 21. Oktober die sogenannte Flexi-Rente in zweiter und dritter Lesung beschlossen. Diese ermöglicht flexibles Arbeiten bis zur Regelaltersgrenze und darüber hinaus und trägt damit zugleich dem Wunsch vieler Senioren nach individueller Gestaltung im Übergang zum Rentenbezug wie auch dem demographischen Wandel in Deutschland Rechnung.

Ab 2017 werden zahlreiche Änderungen in Kraft treten, die den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand insgesamt fließender, einfacher und individueller gestalten.

Die Flexi-Rente ist ein Baustein auf dem Weg hin zu einer modernen Rente, die sich an die Veränderungen im Selbstbewusstsein der Menschen wie der Arbeitswelt anpasst. Wer sich im Rentenalter fit genug fühlt weiterzuarbeiten, der hat in Zukunft die Möglichkeit, eine Teilrente zu beziehen und nebenbei etwas hinzuzuverdienen.

Rudolf Henke: "Nicht jede dieser Regelungen ist völlig durchdacht. Vor allem die Hinzuverdienstgrenze ist nur ein erster Einstieg und an sich zu niedrig. Aber das Gesamtkonzept hat trotzdem die richtige Richtung. Ohne die Zusammenarbeit von Arbeitnehmern und Mittelstand in der CDU/CSU-Fraktion wären wir nicht soweit gekommen. Die Union hat wieder den Wandel gestaltet."

1.Flexibilisierung der Teilrente und Hinzuverdienstrechts

In Zukunft soll es ab dem 63. Lebensjahr möglich sein, die Teilrente stufenlos zu wählen und somit die Arbeitszeit neben der Rente flexibel zu gestalten. Die Teilrente muss mindestens 10 % betragen. Jährlich können 6300 Euro hinzuverdient werden, verdient man darüber hinaus werden diese Verdienste zu 40 % angerechnet.

2.Rentenversicherungspflicht für Vollrentner vor Erreichen der Regelaltersgrenze

Beschäftigte und Selbstständige sollen in Zukunft auch vor Erreichen der Regelaltersgrenze beim Bezug einer Vollrente versicherungspflichtig sein.

3.Aktivierung der Arbeitgeberbeiträge zur Rentenversicherung bei Beschäftigung und Vollrentenbezug nach Erreichen der Regelaltersgrenze

Bisher sind Beziehrinnen und Bezieher einer Vollrente versicherungsfrei. In Zukunft besteht die Möglichkeit, auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten, sodass weitere Entgeltpunkte in der gesetzlichen Rentenversicherung erworben werden können.

4.Zahlung von Beiträgen zum Ausgleich von Rentenabschlägen

Versicherte können ab einem Alter von 50 Jahren nun frühzeitiger zusätzliche Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen, um Rentenabschläge auszugleichen, die mit einer geplanten vorzeitigen Inanspruchnahme einer Altersrente einhergehen würden.

5.Mehr Information

Ab 55 Jahren erhalten Versicherte neben der Rentenauskunft gezielt Informationen darüber, wie sich das Vorziehen oder Hinausschieben des Rentenbeginns auf ihre Rente auswirkt.

6.Neuregelungen im Bereich Prävention und Rehabilitation

Der Vorrang für Prävention und Rehabilitation vor Rente ist ein weiterer Schwerpunkt des Gesetzes. Vor allem sollen Reha-Leistungen künftig auch möglich sein, um einen neuen Arbeitsplatz zu erschließen und nicht nur um den vorhandenen Arbeitsplatz zu erhalten. Hierzu gehört beispielsweise ein arbeitsmedizinischer Gesundheitscheck ab 45 Jahre, der zunächst als Pilotprojekt eingeführt werden soll.

7.Beschäftigung für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird für Arbeitgeber attraktiver

Der bisher anfallende gesonderte Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosenversicherung für Beschäftigte, die die Regelaltersgrenze erreicht haben und somit versicherungsfrei sind, entfällt für fünf Jahre. Zudem entfällt bei einer Weiterbildungsförderung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten das Erfordernis der Kofinanzierung der Weiterbildungskosten durch den Arbeitgeber. Hierdurch wird der Anreiz für die berufliche Weiterbildung in Kleinstunternehmen erhöht.

 

Quelle: Tobias Koch, CDU/CSU-Bundestagsfraktion