Benefizkonzert: Unterstützung für traumatisierte Flüchtlinge in Aachen

"Die Musik drückt das aus, was gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Bei seinem Grußwort anlässlich des Benefizkonzertes zu Gunsten der Psychosozialen Zentren in Aachen zitierte Rudolf Henke mit diesen Worten den französischen Schriftsteller Victor Hugo und betonte zugleich die Bedeutung, Formen und Unterstützung zu finden, um seinen Kummer auszudrücken.

Rudolf Henke hatte gemeinsam mit seinen Aachener Bundestagskollegen Ulla Schmidt und Andrej Hunko die Schirmherrschaft für das Benefizkonzert von Amnesty International und „Save-me“-Aachen übernommen, das am 30. Oktober in der Aula des Pius-Gymnasiums stattfand.
 

Die Psychosozialen Zentren leisten einen wichtigen Beitrag in der Begleitung von Flüchtlingen in Deutschland, die zum großen Teil Schreckliches erlebt haben, schwer traumatisiert sind und psychologische Hilfe benötigen. Viele von Ihnen mussten Krieg erleben, haben ihnen nahestehende Menschen verloren und wurden physisch und psychisch gefoltert. Hinzu kommen die lange und beschwerliche Flucht, ein fremdes Land und die Angst vor einer ungewissen Zukunft. Wenn all diese Faktoren zusammen kommen: Verlust, Trauer, Umgebungswechsel, Einsamkeit, Angst vor der Zukunft, anhaltender Stress, mangelnde Sprachkenntnisse und somit die fehlende Verarbeitung des Erlebten, können psychische Erkrankungen auftreten. Man schätzt, dass die Hälfte der Flüchtlinge psychisch krank sind und unter posttraumatischen Belastungsstörungen oder einer Depression leiden.

Die Psychosozialen Zentren, 32 an der Zahl, sind eine wichtige Anlaufstelle für Flüchtlinge, die Unterstützung benötigen. Viele der in der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer zusammen geschlossenen Zentren in Deutschland brauchen aufgrund der gestiegenen Flüchtlingszahlen dringend Unterstützung. Rudolf Henke hat das Psychosoziale Zentrum in Aachen bereits 2015 besucht und bereits damals führte das PSZ eine Warteliste, da der Bedarf enorm gestiegen war. Bis 2017 hat das PSZ einen Aufnahmestopp verhängt und kann somit Anfragen von Schulen, dem Jobcenter oder anderen Akteuren, die Kontakt mit traumatisierten Flüchtlingen haben, nicht gerecht werden.

Rudolf Henke setzt sich deshalb in Berlin dafür ein, dass die Finanzierung auch in diesem Haushaltsjahr gesichert ist: „Die Versorgung von traumatisierten Flüchtlingen ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Posttraumatische Belastungsstörungen, ein Begriff, der in Deutschland erst in Zusammenhang mit heimgekehrten Soldatinnen und Soldaten in der Gesellschaft angekommen ist, bedürfen einer therapeutischen Behandlung, damit die jungen Menschen das Erlebte aufarbeiten können und langfristig in Deutschland Fuß fassen.“  

Wenn Sie nicht zu dem Konzert kommen konnten, die Psychosozialen Zentren aber dennoch unterstützen möchten, dann können Sie dies auch auf dem üblichen Weg:

SPENDENKONTO: DE 23 3702 0500 0008 0901 00
Bank für Sozialwirtschaft
BFSWDE 33XXX
Stichwort: „Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge"