Praxistest Zeitarbeit in Aachen: Rudolf Henke informiert sich vor Ort

Am 21. Oktober hat der Deutsche Bundestag in zweiter und dritter Lesung das „Gesetz zur Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes und anderer Gesetze“ beschlossen. Vor Ort informierte sich Rudolf Henke über die Entwicklungen der Branche.

Das Gesetz sieht vor, den Missbrauch von Werkvertragsgestellungen zu verhindern und die Arbeitnehmerüberlassung weiter zu entwickeln. Um sich über die tägliche Praxis der Zeitarbeit vor Ort zu informieren und sich mit Verantwortlichen vor Ort über das Gesetz auszutauschen, nahm Rudolf Henke an der Aktion „Praxistest Zeitarbeit“ des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) teil. Die Aachener Firma Tyrell Personalservice GmbH unter der Geschäftsführung von Dr. Rainer de la Haye und der Niederlassungsleiterin Anja Pütz lud Rudolf Henke zum Austausch ein.

Die Firma Tyrell ist als Personaldienstleister für die pharmazeutische Industrie in drei Feldern tätig: Der Personalvermittlung für Fach-und Führungskräfte in den Bereichen klinische Arzneimittelforschung, Arzneimittelsicherheit und Regulatory und Medical Affairs, der Zeitarbeit im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung und der Bewertung von Personal. Mit diesen Schwerpunkten hat sich die Firma auf eine Nische spezialisiert, die einer großen Nachfrage gegenübersteht.

Ein wichtiger Punkt des Gespräches war für die Firmenverantwortlichen die Gesetzesänderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes. Kernpunkte des Gesetzes sind u.a. die Einführung einer Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten bei einem Einsatzunternehmen und eine Gewährleistung gleicher Entgeltansprüche von Zeitarbeitnehmern nach neun Monaten, dem sogenannten „Equal Pay“. Diese beiden Punkte sorgen auf Seiten des BAP und der im Verband organisierten Personaldienstleister für Kritik und Unsicherheiten, denen sich auch Tyrell im Gespräch anschloss. Rudolf Henke betonte, dass von der Überlassungsdauer von 18 Monaten durch einen Vertrag der Tarifvertragsparteien der Einsatzbranche unbegrenzt nach oben abgewichen werden kann. Auch auf die Sanktionsregelungen bei Nichteinhaltung der Equal-Pay-Regelung ging Rudolf Henke ein, die von den Firmenverantwortlichen als unverhältnismäßig hoch bewertet wurden. Von der gesetzlichen Equal-Pay-Regelung kann auch in Zukunft durch Tarifvertrag abgewichen werden. Auch die Vermutungsregelung soll zur praktischen Handhabung beitragen. Rudolf Henke betonte jedoch, dass „eine noch genauere gesetzliche Definition der Equal-Pay-Regelung vor dem Hintergrund der europäischen Leiharbeitsrichtlinie kaum möglich war.“

Die CDU/CSU hat sich im parlamentarischen Verfahren auch dafür eingesetzt, dass die Arbeitnehmer und Arbeitgeber genügend Zeit bekommen, um die Regelungen praxistauglich umzusetzen. Das Inkrafttreten wurde daher auf den 1. April 2017 verschoben. Zusätzlich ist im Gesetz eine Evaluation zwingend vorgeschrieben, mit der die Auswirkungen des Gesetzes in der Praxis untersucht werden.