CDU/CSU-Fraktion fordert Abschaffung der Zeitumstellung

Hundert Jahre nach Einführung der Sommerzeit stellt sich die Frage, ob diese noch zeitgemäß ist. Die Sommerzeit wurde in den Kriegsjahren 1916 und 1940 sowie nach der Ölkrise 1980 als Energiesparmaßnahme eingeführt, um das Tageslicht effizienter nutzen zu können. Doch positive wirtschaftliche Aspekte sind nicht belegt, zudem empfinden viele Menschen die Zeitumstellung als lästig.

Am 24. Januar hat die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag ein Positionspapier beschlossen, in dem die Europäische Kommission aufgefordert wird, einen Vorschlag zur Änderung der Richtlinie zur Regelung der Sommerzeit vorzulegen. Die CDU hat bereits auf einem Parteitag 2014 einen Beschluss zur Abschaffung der Zeitumstellung gefasst.

Seit 2007 wurde keine offizielle Bewertung der Auswirkungen der Zeitumstellung durch die EU-Kommission vorgenommen. Das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) wurde beauftragt, eine „Bilanz der Sommerzeit“ zu ziehen und fasst in seinem im Februar 2016 vorgelegten Endbericht die aktuelle Datenlage zusammen.

Für eine Abschaffung der Zeitumstellung und für eine ganzjährige Sommerzeit sprechen folgende Argumente:

Wirtschaftliche Aspekte:

positive wirtschaftliche Effekte der Zeitumstellung wie beispielsweise Energieeinsparungen sind nicht belegt
eine Umstellung auf eine ganzjährige Sommerzeit könnte für Deutschland zu größeren Energieeinsparungen führen
Aussagen über spezifische Wirtschaftsbereiche können aufgrund von mangelnder Datenlage nicht gemacht werden

Gesundheitliche Aspekte:

Zeitumstellung ist für viele Menschen mit Anpassungsschwierigkeiten verbunden
kleine, gesundheitliche Probleme im Rahmen der Frühjahrszeitumstellung; insbesondere für „späte Chronotypen“à Probleme im Schlafverhalten und damit verbundenen Leistungsabfall

Akzeptanz:

Zeitumstellungen sind prinzipiell aufwändig und für viele Menschen lästig
die Mehrheit der Bundesbürger spricht sich gegen eine Zeitumstellung aus (73% der Bevölkerung halten sie für überflüssig)
in dieser Legislaturperiode hat es zur Abschaffung der Sommerzeit 571 Petitionen im Deutschen Bundestag gegeben; seit 1999 bis dato 1.005 Petitionen
im weltweiten Vergleich verzichtet die Mehrzahl der Staaten auf die Sommerzeit; 2015 wendeten 68 Länder eine Sommerzeit an

 

Fazit:

-->der TAB-Bericht „Bilanz der Sommerzeit“ zeigt keine belastbaren Gründe für die Beibehaltung der Zeitumstellungen auf

-->das Lifestyle-Argument (lange laue Nächte) wird als einzig positives Argument aufgeführt

-->Die Sommerzeit kann nur im Wege einer Änderung der EU-Richtlinie 2000/84/EG durch die EU-Kommission verändert oder abgeschafft werden. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion fordert die Abschaffung der Zeitumstellung und eine europaweit einheitliche Neuregelung

 

Zum TAB-Bericht „Bilanz der Sommerzeit“ gelangen Sie hier.