Einsatz von Cannabis als Medizin wird gesetzlich erlaubt

Einstimmig hat der Deutsche Bundestag am 19. Januar ein Gesetz beschlossen, das den Einsatz von Cannabis als Medizin ab März unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht. Durch die vorgenommene Änderung des Betäubungsmittelgesetzes wird für Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen eine neue Therapiealternative geschaffen.

Cannabis kann dann als Therapiealternative verschrieben werden, wenn nach begründeten Einschätzungen der behandelnden Ärzte spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome zu erwarten sind.

Die Erstattungsfähigkeit durch die gesetzliche Krankenversicherung wird erweitert, so dass nach einer Verschreibung von Cannabis in der Regel die Kosten übernommen werden.

Der Einsatz von Cannabis als Medizin wird streng geregelt, denn es geht ausdrücklich nicht um den Genusskonsumenten. Um die Versorgung mit standardisierter und kontrollierter Qualität für medizinische Zwecke sicherzustellen, wird der Anbau von Cannabis in Deutschland durch eine „staatliche Cannabisagentur“ ermöglicht. Beauftragt wird damit das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Bis zur Etablierung eines funktionierenden Anbausystems in Deutschland wird die Versorgung durch den Import von Medizinalcannabis geregelt. Der Eigenanbau von Cannabis wird durch das Gesetz nicht erlaubt.

Die Wirkung von Cannabis als Medikament wird zudem durch eine wissenschaftliche Begleiterhebung untersucht. Dazu werden Daten, die die Diagnose, Therapie, Dosis und Nebenwirkungen betreffen von den behandelnden Ärzten anonym an das das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte übermittelt.