Jugend und Parlament 2017: Ein Bericht

Auf meinen Vorschlag hin hat der Aachener Abiturient Konstantin Hartwig am Planspiel „Jugend und Parlament“ in den Räumen des Deutschen Bundestages teilgenommen.
Jugend und Parlament 2017

Er hat dort die Rolle eines fiktiven Bundestagsabgeordneten übernommen. Er konnte hautnah erleben, wie Parlamentarismus in Deutschland funktioniert und was in Fraktions-, Arbeitsgruppen-, Ausschusssitzungen erarbeitet wird, um abschließend im Plenum abgestimmt zu werden. 

Lesen Sie hier seinen Bericht:

Vom 27. bis 30.5. hatte ich die Gelegenheit, am Planspiel "Jugend und Parlament" des deutschen Bundestages teilzunehmen. Dabei habe ich die Rolle eines fiktiven Bundestagsabgeordneten übernommen und zusammen mit 313 anderen Jugendlichen in Ausschusssitzungen, Fraktionssitzungen und Plenardebatten über vier Gesetzesentwürfe beraten und abgestimmt. Vier Tage lang schlüpfte ich in die Rolle von Johann Kraforst: 63 Jahre alt, glücklich verheiratet, vier Kinder und vor seinem Bundestagsmandat Rechtsanwalt.

In dieser Rolle war ich Mitglied der fiktiven BBP (Bürgerliche Bewahrungspartei). Diese stellte zwar die meisten Abgeordneten, dennoch saß sie nur in der Opposition, da die PGS (Partei für Gerechtigkeit und Solidarität) und die PEV (Partei für Engagement und Verantwortung) die Regierungskoalition bildeten.

Voller Ehrfurcht durfte ich in den vier Tagen das Bundestagsgebäude erkunden und wie ein echter Abgeordneter jeden Weg und jeden Tunnel des Gebäudes nutzen, die ein normaler Besucher sonst nicht zu Gesicht bekommt.

Als Mitglied des Innenausschusses beriet ich mit über einen Gesetzesentwurf "Direkte Demokratie", gestellt vom Bundesrat, der Volksentscheide im Grundgesetz verankern sollte. Für diese Verfassungsänderung wäre eine Zweidrittelmehrheit nötig gewesen, die ohne die BBP nicht möglich war. Nach harten Verhandlungen im Innenausschuss konnten sich die Regierungsparteien und die BBP nicht auf einen Gesetzesentwurf einigen, der allen Parteien zusagte.

Am letzten Tag des Planspiels stand dann das Highlight des Planspiels an: Plenarsitzung im Plenarsaal des deutschen Bundestages.

Und hier  verfehlte, wie erwartet, der Gesetzesentwurf "Direkte Demokratie"  bei der Abstimmung in der Plenardebatte die notwendige Mehrheit, da die BBP gegen den Gesetzesentwurf des Bundesrates stimmte.

Neben den Sitzungen hatte ich auch die Gelegenheit, den Aachener Bundestagsabgeordneten Rudolf Henke, der mich für das Planspiel nominiert hatte, zu treffen und mit ihm über die Arbeit eines echten Bundestagsabgeordneten zu sprechen.

Ich bin sehr dankbar über die Nominierung für das Planspiel und die damit verbundene Möglichkeit die Abläufe des Gesetzgebungsverfahrens und die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten nachvollziehen zu können.  Das Planspiel war von der Bundestagsverwaltung hervorragend organisiert und bietet Jugendlichen wie mir die einzigartige Gelegenheit, den politischen Alltag hautnah zu erleben.

Konstantin Hartwig