Besuch bei Aachener Wissenschaftlern, die eine neue Zukunft in der Medizin schaffen

Im Juni hat Rudolf Henke das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen besucht, um sich über den Stand eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes zu informieren, an dem das Institut teilnimmt.
ILT

Zusammen mit den Projektpartnern EIT, C.F.K. und der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichheim bekommt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT Fördermittel von BMBF, um eine neue Technologie im Bereich individualisierte Medizintechnik zu entwickeln. Die Wissenschaftler beschäftigen sich seit einem Jahr mit der Erforschung von Implantaten für die Wirbelsäule. Prof. Dr. Johannes Henrich Schleifenbaum zusammen mit seinen Kollegen Lucas Jauer und Martin Kimm haben den Entwicklungsstand des bereits ein Jahr dauernden Projektes präsentiert.

Die Wissenschaftler haben sich Anspruchsvolles zum Ziel gesetzt: Das Leben von Menschen zu erleichtern, die durch Krankheiten oder Unfälle eine beschädigte Wirbelsäule haben, wenn ein Teil von ihr durch ein Implantat ersetzt werden muss. Die zurzeit von den Wissenschaftlern entwickelte Technologie soll künftig Menschen mindestens eine Operation ersparen und erheblich bessere Bewegung ermöglichen.

Der Kern des Projektes sind Implantate, die individuell nach digitalen Daten jedes einzelnen Patienten ideal angepasst und anschließend mit einem 3D-Drucker ausgedruckt werden. Das Ziel ist Implantate minimalinvasiv in der Wirbelsäule eines Menschen zu positionieren und gleichzeitig die physiologische Beweglichkeit der Wirbelsäule zu erhalten. Die Technologie wird als digitale additive Produktion bezeichnet und weist auf eine neue Ära in der Medizinwelt hin.

Das Fraunhofer Institut für Lasertechnik ILT zählt weltweit zu den bedeutendsten Auftragsforschungs- und Entwicklungsinstituten im Bereich Laserentwicklung und Laseranwendung. Für das jetzige Projekt hat das BMBF mehrere Hunderttausend Euro zur Verfügung gestellt. Das Projekt ist für 3 Jahre ausgeschrieben.

Jetzt befinden sich die Wissenschaftler aus Aachen an dem Punkt, bei dem sie die neu entwickelten Implantate testen, ob sie das Gewicht eines Menschen und den Druck in der Wirbelsäule hinnehmen können. Es bleiben noch zwei Jahre Forschung und Hoffnung, dass Aachener Wissenschaftler einen großen Schritt in der individualisierten Medizintechnik machen und damit das Leben vieler Patienten erleichtern. Seinerseits hat Rudolf Henke weiter Unterstützung für künftige Forschungsbewerbungen in Aussicht gestellt.