Rudolf Henke beim Informationsaustausch mit der Agentur für Arbeit

Zum regelmäßigen Informationsaustausch traf sich Rudolf Henke Anfang Februar mit Jürgen Koch, dem Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Aachen-Düren.

Jürgen Koch stellte Rudolf Henke einen Überblick über die aktuellen, lokalen Arbeitsmarktdaten und Initiativen der Agentur für Arbeit vor. Nach einem Rückblick über die Arbeitsmarktentwicklung im Jahr 2013, folgte eine Analyse des Ausbildungsmarktes im Bezirk Aachen-Düren. Das Fazit fällt bisher jedoch ernüchternd aus. Obwohl die Zahl der gemeldeten Bewerber und der gemeldeten Ausbildungsstellen steigt, zeigt der doppelte Abiturjahrgang nicht die erwarte Wirkung. Jürgen Koch betonte, dass ein frühzeitiges Arbeiten an der Nahtstelle Schule und Beruf erforderlich ist. Rudolf Henke konnte Herrn Koch mit Verweis auf den Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD positive Nachrichten mitteilen. CDU, CDU und SPD möchten den Ausbildungspakt gemeinsam mit den Sozialpartnern und den Ländern zur „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ weiterentwickeln. Ziel der Allianz ist die Umsetzung der Ausbildungsgarantie in Deutschland. Für das Selbstwertgefühl und die Motivation der Jugendlichen ist entscheidend, dass sie direkt nach der Schule eine betriebliche Ausbildung beginnen, also keine Vorbereitungs- oder Warteschleife durchlaufen müssen.

Alle Schülerinnen und Schüler mit einem Schulabschluss, gleich an welcher Schulform erworben, sollen einen Ausbildungsplatz erhalten. Notwendig ist die Bereitstellung einer ausreichend hohen Zahl von betrieblichen Ausbildungsplätzen. Die derzeitige Ausbildungsbetriebsquote ist angesichts des zukünftigen Fachkräftebedarfs bei einem abermaligen Minus von 13.700 Plätzen im Vorjahresvergleich auf 21,7

Prozent gesunken und liegt damit auf dem niedrigsten Niveau seit 1999. Gleichzeitig nahm aber der Gesamtbestand an Unternehmen im fünften Jahr zu. Potenzial besteht besonders bei den Kleinst- und Kleinbetrieben sowie Mittleren Unternehmen. Dabei gilt es auch, wieder ausbildungsfähige Betriebe zu gewinnen, die sich aus der Ausbildung verabschiedet haben. Betriebe, die sich Jugendlicher mit schlechteren Startchancen annehmen, erhalten Unterstützung durch die ausbildungsbegleitenden Hilfen und die assistierte Ausbildung. Des Weiteren wollen wir das Matching zwischen Bewerber und Betrieb verbessern, beispielsweise durch eine gute Berufsorientierung in der Schule.

Als weiteres wichtiges Thema wurde die Bürgerarbeit in der StädteRegion Aachen besprochen. Die Bürgerarbeit ist ein bundesweites Modellprojekt, das 2011 ins Leben gerufen wurde mit dem Ziel, arbeitslose erwerbsfähige Hilfebedürftige dabei zu unterstützen, auf dem allgemeinem Arbeitsmarkt eine Beschäftigung zu finden. Von 250 bewilligten Bürgerarbeitsplätzen wurden letztlich 231 eingerichtet. Aufgrund der Tatsache, dass das Modellprojekt Ende 2014 endet, die Bürgerarbeit sich aber inzwischen insbesondere in den Aachener Stadtbezirken als wichtige Unterstützung etabliert hat, berieten Rudolf Henke und Jürgen Koch über zukünftige Optionen zum Erhalt der Bürgerarbeit. Als mögliche Option wurde die Frage einer Finanzierung der Bürgerarbeit durch private Sponsoren, wie es teilweise in Aachener Stadtbezirken bereits umgesetzt wurde.