Ansprüche aller Versicherten müssen langfristig sichergestellt sein

Die Ansprüche aller Versicherten müssen langfristig sichergestellt sein. Daher werden wir Maßnahmen ergreifen, die im Interesse und zum Schutz der Ansprüche aller Versicherten sind.

Im Zusammenhang mit Lebensversicherungen diskutieren Versicherte und Verbraucher jüngst häufig über die sogenannten Bewertungsreserven. Mögliche gesetzliche Änderungen der Regelungen hierzu haben viele Verbraucher verunsichert. „Bei den Bewertungsreserven geht es keinesfalls darum, den Versicherungsgesellschaften oder deren Aktionären etwas Gutes zu tun. Im Mittelpunkt stehen für uns immer die Versicherten“, erläutert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Ralph Brinkhaus.

Der Auszahlungsbetrag eines Lebensversicherungsvertrages setzt sich aus drei Elementen zusammen:

  • die bei Vertragsabschluss garantierte Leistung,
  • die Überschussbeteiligung einschließlich des erst zum Vertragsende feststehenden Anteils am Schlussgewinn und
  • die Beteiligung an den so genannten Bewertungsreserven.

 

Bewertungsreserven kommen dabei wie folgt zustande: Das von den Versicherten eingezahlte Geld legt das Versicherungsunternehmen zum Beispiel in sicheren Bundesanleihen an. Bewertungsreserven entstehen, wenn der Preis für eine solche Bundesanleihe im Bestand des Versicherungsunternehmens am Markt über den Preis steigt, zu dem das Versicherungsunternehmen diese Anleihe ursprünglich erworben hat. Bei festverzinslichen Wertpapieren wie Bundesanleihen entstehen Bewertungsreserven, weil augenblicklich die Zinsen so niedrig sind. Einige Wertpapiere, die von den Versicherungen vor langer Zeit erworben wurden, wurden mit einem wesentlich höheren Zinssatz ausgegeben. Behält man die gesetzliche Regelung aus dem Jahr 2008 unverändert bei, würde dies dazu führen, dass die Versicherten, deren Verträge aktuell fällig werden, Bewertungsreserven aus Anleihen ausgezahlt bekommen würden, die dem Versicherungsunternehmen selbst aber gar nicht unmittelbar zur Verfügung stünden. Die Wertsteigerung ist nämlich nur vorübergehend und besteht sozusagen nur „auf dem Papier“. Das Versicherungsunternehmen muss deshalb diese Zahlungen aus dem allen Versicherten zugehörigen Kapitalbestand erbringen. Dies führt dazu, dass zukünftig nur geringere Erträge erwirtschaftet werden können.

Auf diese Probleme bei den Lebensversicherern hat die Deutsche Bundesbank in ihrem
Finanzmarktstabilisierungsbericht 2013 hingewiesen. Für die Lebensversicherer würde es immer schwieriger, die Garantieverzinsung zu erwirtschaften und zunehmend würden auch die finanziellen Puffer der Lebensversicherer aufgezehrt, analysiert die Bundesbank. Daher hält sie es für erforderlich, die Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Bewertungsreserven in der Lebensversicherung im Sinne der Finanzstabilität solide und nachhaltig zu regeln. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD ist daher festgelegt, dass hierfür Lösungsvorschläge erarbeitet werden. Dabei geht es nicht darum, die Aktionäre und Eigentümer der Versicherungen zu schonen. Die Ansprüche aller Versicherten müssen langfristig sichergestellt sein. Daher werden wir Maßnahmen ergreifen, die im Interesse und zum Schutz der Ansprüche aller Versicherten sind. Und dabei werden wir darauf achten, dass sich diese Maßnahmen gerecht zwischen den Interessen heute ausscheidender und in der Versichertengemeinschaft verbleibender Versicherungsnehmer darstellen. Nur so kann sichergestellt werden,dass die Versicherungsnehmer auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten angemessene Erträge aus ihren Lebensversicherungen erhalten.