Tief in den Himmel und tief in die Vergangenheit schaut man am III. Physikalischen Institut der RWTH Aachen. Mithilfe des Pierre-Auger-Observatoriums und des Neutrino-Teleskops „IceCube“ wird kosmische Strahlung gemessen, die aus dem Universum auf die Erde trifft. Rudolf Henke besuchte am 9. Januar das Physikalische Institut und ließ sich über diese beiden Projekte informieren.
Soweit es sich überhaupt zurückverfolgen lässt, drängte unsere Menschheit seit ihrem Existieren die Frage, was die Welt im Innersten zusammen hält. Die Suche nach der Antwort führt die Physik in die Welt der Elementarteichenphysik. Je tiefer wir eintauchen, desto komplexer wird es – so werden wir uns der Antwort auf diese Frage wohl immer weiter nähern können, sie jedoch nie beantworten. Ein positiver Nebeneffekt: Ohne unsere heutigen Erkenntnisse im Bereich der Elementarteilchenphysik, wären völlig alltägliche technische Fortschritte nicht möglich: z.B. Computer und Mikrochips. Der Weltraum stellt ein „kosmisches Labor“ dar, in dem Phänomene untersucht werden können, die sich in irdischen Laboren nicht erzeugen lassen, selbst im Teilchenbeschleuniger des CERN in Genf können solche Bedingungen nicht erreicht werden.
Im Rahmen des Pierre-Auger-Projekts werden in Argentinien mit 1600 Teilchendetektoren auf einer Fläche von ca. 3.000 km2 – das entspricht der Größe des Saarlands - Elementarteilchen, die mit einer extrem hohen Energie auf die Erde auftreffen, gemessen. Die große Fläche von 3.000 km2 ist notwendig, da die Teilchen sehr selten auf die Erde auftreffen. Analog dazu werden am Südpol in 3 km Tiefe mit dem „IceCube“-Neutrino-Observatorium Neutrinos detektiert. Beide Projekte werden im Rahmen des vom Deutschen Bundestags verabschiedeten Haushaltsplans vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 702.000 € (Pierre-Auger) bzw. 551.950 € (IceCube) gefördert.
An beiden Projekten sind in den Projektgruppen der RWTH Aachen zurzeit 3 Professoren, 4 Post-Doktoranden, 15 Doktoranden und 14 Master-Studierende beteiligt. Außerdem werden im Rahmen dieser Projekte pro Jahr etwa 20 Bachelor-Arbeiten geschrieben.