Der Aachener Wohnungsmarkt: Wo drückt der Schuh?

Am 15. September 2014 führte die letzte Station der Sommertour "Aachen real" zum Mieterschutzverein Aachen. Im Gespräch mit dem Geschäftsführer Hans Knops und dem 1. Vorsitzenden Manfred Kuckelkorn, informierte sich der Bundestagsabgeordnete über die aktuelle Situation am Aachener Wohnungsmarkt.

Schnell wurde in der fachkundigen Gesprächsrunde die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt deutlich. So beschrieb Hans Knops die schwierige Lage für Haushalte mit einem niedrigen Einkommen. Er betont vor allem die Schwierigkeit für ältere Menschen und Studenten, ihre Wohnung vor dem Hintergrund steigender Mietpreise zu finanzieren. Rudolf Henke interessierte sich hier besonders für die Möglichkeiten zur Verbesserung. Im Koalitionsvertrag wurde neben der Stärkung des sozialen Wohnungsbaus die Deckelung der Mietsteigerung als konkrete Maßnahme in den Blick gefasst. Nach der Koalitionsvereinbarung wird es im Ermessen der Länder liegen, diese in Anspruch zu nehmen.

Der Bundestagsabgeordnete wollte wissen, wie der Mieterschutzverein eine Höchstgrenze von 10 % bei der Wiedervermietung bewertet. Kuckelkorn und Knops begrüßten die geplante Maßnahme der Koalition, die 2015 umgesetzt werden soll. Sie gehen ebenso wie Rudolf Henke davon aus, dass die Deckelung zu einer Entspannung beitragen kann. Dennoch waren sie sich in einem Punkt einig: Bauen und Vermieten muss sich stärker lohnen. So befürworteten die beiden Vertreter des Mieterschutzvereins eine Einführung der degressiven Abschreibung. Auch die CDU hatte schon im Rahmen der Bundestagswahl 2013 die degressive Abschreibung in ihrem Wahlprogramm gefordert. Zielführend soll sie ein Anreiz sein, um einerseits den Wohnungsbau zu fördern. Das sei für Aachen unerlässlich, wenn nicht nur die Mieten nachhaltig gesenkt werden sollen, sondern auch dem gestiegenen Bedarf an Wohnraum Rechnung getragen werden soll. Besondere Aufmerksamkeit fällt hier dem sozialen Wohnungsbau zu. Der Mieterschutzverein befürwortet die Förderung des sozialen Wohnungsbaus, da gerade durch diesen einkommensschwächere Aachenerinnen und Aachener wieder eine Chance auf eine finanzierbare Wohnung erhalten. Andererseits könnte die degressive Abschreibung ebenso eine Maßnahme zur Senkung des ungenutzten Wohnraums in Form von unbewohnten Gebäuden sein, die es laut Knops insbesondere im Innenstadtbereich gibt. Darüber hinaus wollte der Bundestagsabgeordnete wissen, welchen Einfluss die Stärkung des Eigentums auf den Wohnungsmarkt habe. Hierzu nahm der Geschäftsführer des Mieterschutzvereins kritisch Stellung. Er glaube nicht, dass ein größerer Anteil an Eigentum den Markt entlaste. Vielmehr würde das die aktuelle Situation verschärfen.

Rudolf Henke konnte sich durch das Gespräch einen guten Eindruck von der Problematik der Aachener Wohnungslandschaft verschaffen. Er ist überzeugt, dass durch ein gutes Zusammenspiel der einzelnen Akteure der Wohnungsmarkt in Aachen zukünftig entspannt werden kann zugunsten der Mieter.