Entwicklung der Exzellenzinitiativen in Deutschland fortführen

Im Jahr 2005 wurde mit der „Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen“ ein Förderprogramm in Deutschland ausgelobt, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken.

Mit dem Förderprogramm erhielt jede Hochschule in Deutschland im Rahmen eines Auswahl- und Begutachtungsverfahrens eine gleichberechtigte Chance, in die Exzellenzinitiative aufgenommen zu werden.

Die Resultate der ersten beiden Förderrunden in den Jahren 2006 und 2007 waren vielversprechend, sodass eine Fortschreibung im Jahr 2009 von der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten beschlossen wurde. Mit einem Fördervolumen von 4,6 Milliarden Euro bis zum Jahr 2017 unterstützt der Bund neben den Ländern die Fortführung. Auch die RWTH Aachen profitiert seit Beginn der Exzellenzinitiative vom Förderprogramm und konnte seitdem ihren Titel der Exzellenz-Universität behaupten. Neben der RWTH Aachen haben derzeit zehn weitere Universitäten in sechs Bundesländern den Exzellenzstatus inne. Insgesamt erhalten im Rahmen der einzelnen Förderlinien 39 Universitäten mit 99 Projekten eine Förderung mittels der Exzellenzinitiative. Mit der Exzellenzinitiative haben Bund und Länder damit ein Förderprogramm geschaffen, von dem Hochschulen und Institute vielfältig in ihrer Entwicklung profitieren.

Aufgrund der Errungenschaften der bisherigen Förderprogramme besteht auch auf Seiten der Politik ein parteiübergreifender Konsens darüber, dass die Exzellenzinitiative fortgeführt werden soll. Aufgrund dieser Tatsache und um den Hochschulen langfristigere Zukunftsplanungen zu ermöglichen, besteht schon frühzeitig ein reger Austausch zwischen Wissenschaft und Politik. Die Vorsitzende der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) und Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, betonte Ende Oktober: „Wir wollen schon jetzt das deutliche Signal geben, dass wir die Erfolgsdynamik der Exzellenzinitiative nicht abreißen lassen werden.“ Die Förderung von Exzellenz soll als langfristiges Ziel fortgeführt werden, um neuartige Projekte und Initiativen zu ermöglichen sowie bereits erfolgreiche Projekte weiterzuentwickeln. So ist vorgesehen, auf Grundlage der geplanten neuen verfassungsrechtlichen Gestaltungsspielräume (Art. 91b GG) die Hochschulen bei der Ausbildung von fachlicher und strategischer Profile zu unterstützen. Darüber hinaus sollen Kooperationen von Hochschulen untereinander, mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft zur Förderung von Spitzenforschung an Universitäten beitragen. Dafür soll eine neue Bund-Länder-Initiative Mittel mindestens im selben Umfang wie bisher zur Verfügung stellen.

Parallel wurde zur Auswertung der Auswirkungen der Exzellenzinitiative auf geförderte als auch auf nicht geförderte Hochschulen eine externe Kommission unter Beteiligung internationaler Expertinnen und Experten mit einer Evaluation des Programms und seiner Auswirkungen auf das deutsche Wissenschaftssystem durch die GWK beauftragt. Die Ergebnisse dieser Evaluation sollen der GWK allerdings erst im Januar 2016 vorgelegt werden. Dann sollen sie einen Beitrag zu den weiteren Planungen über die Fortentwicklung der Initiative leisten. Deshalb muss die Frage geklärt werden, wie der unmittelbare Anschluss der gezogenen Konsequenzen an die derzeitige Förderung gelingt.  

Nach fast zehn Jahren Förderung durch die Exzellenzinitiative kann ein sehr positives Fazit gezogen werden. Die Initiative hat einen maßgeblichen Beitrag dazu geleistet, dass Deutschland im Bereich der Forschung international zur Weltspitze gehört. Dieser Ausbau wird durch die Weiterführung und Weiterentwicklung der Initiative auch zukünftig von der Bundesregierung gefördert.