Von PET-Flaschen und Motorhauben: In Kunststoff ist fast alles möglich

Im Oktober vergangenen Jahres hat sich Rudolf Henke dafür eingesetzt, dass die Haushaltsmittel des Bundes für die Industrielle Gemeinschaftsforderung (IGF) gegenüber dem Entwurf der Bundesregierung erhöht werden- mit Erfolg.

Auch das Institut für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen e.V. (IKV) ist eine von 100 Forschungsvereinigungen, die sich in der industriellen Gemeinschaftsforschung engagieren und deren Innovationen sich teilweise aus den Mitteln der IGF speisen.    

Im Bereich der Mittelstandsförderung waren die Bemühungen von Rudolf Henke und seinen Kolleginnen und Kollegen erfolgreich. Im November hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages Verbesserungen im Haushalt des Bundeswirtschaftsministeriums bekannt gegeben. Durch die Aufstockung um 4,5 Millionen Euro konnte die Förderung u.a. der IFG auf dem bisherigen Niveau fortgeführt werden. Des Weiteren wurde durch die Erhöhung des Titelansatzes bei der Forschungsinfrastruktur auf nun 204 Millionen Euro insbesondere der hohen Antragszahl bei der Industriellen Gemeinschaftsforschung Rechnung getragen und so der Innovationsstandort Deutschland weiter gestärkt. Dies sichert auch in Zukunft Wachstum und Beschäftigung in Deutschland.    

Bei einem Besuch beim Institut für Kunststoffverarbeitung im Januar 2015 informierte sich Rudolf Henke im Gespräch mit Geschäftsführer Prof. Dr. Christian Hopmann und Oberingenieur Dr. Roman Bouffier über die Arbeit des Institutes und die Mitgliedschaft in der AIF. Die IGF als vorwettbewerblicher Grundpfeiler der Mittelstandsförderung in Deutschland ist ein wesentliches Werkzeug für das IKV, das seit über 60 Jahren Ingenieure und Handwerker für die Kunststoffbranche ausbildet. Besonders aktiv und erfolgreich ist das Institut, das circa 90 Prozent seines jährlichen Budgets durch Drittmittel finanziert, im Bereich der Simulation und Berechnung von Bauteilverhalten.   

Doch das Institut widmet sich auch weiteren wichtigen Zukunftsfragen, wie beispielsweise der Alterung von Kunststoffen während der Verarbeitung und im Gebrauch. Das Thema stellt ein bisher noch weitgehend unerforschtes Feld dar, mit dem sich das Institut gedanklich beschäftigt und dem zudem auch eine große wirtschaftliche Relevanz zukommt. Was passiert mit den Kunststoffen über Zeit wenn sie vielfältigen Umwelteinflüssen wie beispielsweise Temperatur, verschiedenen Medien und Strahlung ausgesetzt werden? Welches Erweichungs-und Alterungsverhalten kann man beobachten? Dieses Thema ist insbesondere auch für die Industrie von großer Bedeutung, die seit längerer Zeit Handlungsbedarf in diesen Fragestellungen sieht. Doch trotz dieser großen Relevanz gestaltet es sich schwierig, Ressourcen zur weiteren Erforschung zu akquirieren.     

Im Rundgang durch die institutseigenen Werkstätten erhielt Rudolf Henke auch einen Einblick darin, was in der modernen Verarbeitung im Bereich Kunststoff möglich ist. Neben der Herstellung von ultradünnen PET-Flaschen, steht Kunststoff auch im Bereich der Automobilbranche heute stark im Fokus. Aufgrund seiner Leichtigkeit eignet er sich beispielsweise sehr gut im Bereich der Autokarosserie.  

Zum Institut:

Das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV), gegründet im Jahr 1950, ist eines der größten Institute auf diesem Forschungsgebiet. Mehr als 300 Mitarbeiter arbeiten am Institut mit dem Fokus auf Innovationen, Forschung und Ausbildung. Das IKV gliedert sich organisatorisch in die vier Fachabteilungen Spritzgießen, Extrusion und Kautschuktechnologie, Formteilauslegung und Werkstofftechnik sowie Faserverstärkte Kunststoffe und Polyurethane.