Der Campus Melaten wächst: Bund-Länder-Förderung macht es möglich

Anfang Juli hatte die RWTH Aachen unter der Leitung von Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg dreifachen Grund zur Freude. Die Bund-Länder-Förderung ermöglicht die Realisierung von drei wichtigen Forschungszentren auf dem Campus Melaten.

55 Millionen Euro investieren Bund und Land gemeinsam in den Bau des „Center für Digital Photonic Production“ (CDPP), in dem zukünftig Professor Dr. Reinhart Poprawe mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus sechs Fachbereichen erforschen will, wie das Licht als Werkzeug in vielfältigen Produktionsbereichen genutzt werden kann. In zwei Jahren Bauzeit soll das Projekt, das auf Grundlage von Beschlüssen des Deutschen Bundestages mit rund 28 Millionen Euro vom Bund gefördert wird, fertiggestellt werden.

Abgeschlossen ist der Rohbau hingegen beim „Center for Next Generation Processes and Products“ (NGP ²), das Bund und Land zusammen mit 39 Millionen Euro fördern und besonders Prof. Dr. Alexander Mitsos freute, der die anwesenden Gäste stellvertretend für die Aachener Verfahrenstechnik (AVT) begrüßte. Die Bioraffinerie ist ein bedeutender Schritt um standardisierte und etablierte Produktionsprozesse für verschiedene Arten von Biomasse zu erforschen, die in Zukunft benötigt werden, um erneuerbare Produkte im industriellen Maßstab herstellen zu können. Auf einer Fläche von knapp 900 m² sollen zukünftig circa 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Aachener Verfahrenstechnik, einem Zusammenschluss von mittlerweile neun Lehrstühlen, Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und demografischer Wandel gefunden werden. Gegründet wurde die Bioverfahrenstechnik 1996 von Prof. Dr.-Ing. Jochen Büchs.

Die feierliche Schlüsselübergabe konnte bereits beim dritten Forschungszentrum, dem „Center for Wind Power Drives“ (CWD), an den Direktor Prof. Dr. Georg Jacobs erfolgen. In dem neuen Prüfstand in Aachen haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Land NRW zusammen 25 Millionen Euro investiert mit dem Ziel, die Untersuchung von Windenergieanlagen (WEA) in Aachen zu intensivieren. Insbesondere wollen die Forscherinnen und Forscher des CWD die Anstrengungen zur Erforschung von On-Shore Windenergieanlagen vorantreiben. Im Rahmen einer Kooperation von sieben Instituten der RWTH soll die Zuverlässigkeit von Windkraftanlagen erforscht werden, um die deutsche Technologieführung im Energiebereich weiter auszubauen.         

Das Fazit von Rudolf Henke, der sich einen persönlichen Eindruck von den neuen Forschungszentren vor Ort machte, fiel dementsprechend positiv aus: „Diese Konzentration von Förderung durch Bund und Land ist einzigartig in Deutschland. Die Förderung eines Vorhabens als Forschungsbau unterliegt strengen Kriterien, die im Leitfaden zur Begutachtung von Forschungsbauten festgelegt sind. Jährlich werden bundesweit daher nur fünf bis sechs Forschungsbauten bewilligt. Besonders eindrucksvoll ist diese Zahl wenn man bedenkt, dass es in der Bundesrepublik 130 Hochschulen gibt. Die RWTH Aachen konnte in den vergangenen Jahren mit ihren innovativen Konzepten die Jury regelmäßig überzeugen. Dies zeigt, welche Bedeutung der RWTH Aachen bundesweit als Schrittmacher in der Hochschullandschaft zukommt. Davon profitiert auch unsere Region in besonderem Maße.“

Auf dem Foto v.l.n.r.: Rudolf Henke als Gast beim Spatenstich für das Center für Digital Photonic Production, hier mit Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg, Parl. Staatss. im BMBF, Thomas Rachel, und CDU-Ratsherrn Alexander Gilson.