Einblicke ins „Gedächtnis der Stadt“: Rudolf Henke besucht das Stadtarchiv

Die jährliche Sommertour von Rudolf Henke hat besonders ein Ziel: die Nähe zu Aachen und seinen Menschen, Vereinen, Institutionen, Firmen und Einrichtungen zu vertiefen. Ein Kennenlernen der besonderen Art mit seiner Heimat Aachen und ihrer Geschichte machte Rudolf Henke beim Besuch des Stadtarchives, dem „Gedächtnis der Stadt.“

Auf dreizehn Regalkilometern Fläche lagert das Stadtarchiv, das seit 2013 in der Aachener Nadelfabrik beheimatet und im Kulturbetrieb der Stadt angesiedelt ist, geschichtliche Artefakte, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Besonders beeindruckt war Rudolf Henke von der ältesten Urkunde des Archives, einer am 21.01.1018 von Kaiser Heinrich II. ausgestellten Urkunde für die Abtei Burtscheid, die der Archivleiter Dr. René Rohrkamp präsentierte. Darüber hinaus zeigte der Dr. Rohrkamp zusammen mit der Archivarin und stellvertretenden Archivleiterin Frau Pauels, dem Arzt und Gesundheitspolitiker auch historische Urkunden, Akten, Drucke, Pläne, Fotos und andere Unterlagen zur Badestadt Aachen und der heilenden Wirkung seines Wassers. Historische Pläne der Heilbäder zeugen noch heute von der historischen Nutzung der heißen Quellen zur Heilung und Steigerung des Wohlbefindens. Doch nicht nur die Archivierung von alten Urkunden und Dokumenten beschäftigt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtarchives.

Nach dem Landesarchivgesetz Nordrhein-Westfalen ist es ein Jeder-Recht, das Stadtarchiv und seine Dokumente zur Informationsbeschaffung zu nutzen. Das Archivgut kann daher nicht nur für dienstliche Zwecke, sondern auch für Zwecke der Wissenschaft und Forschung, für Zwecke von Bildung und Unterricht, zur Vorbereitung von Veröffentlichungen sowie zur Wahrnehmung persönlicher Belange und aus privatem Interesse von Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden. Darüber hinaus ist das Stadtarchiv nach dem Personenstandsrechtsreformgesetz von 2007 auch für die Archivierung von Standesamtsregistern zuständig. Unter Einhaltung bestimmter Fristen werden die Informationen aus Heirats-, Geburten- und Sterberegistern den Nachfahren und Dritten zugänglich gemacht. Diese Anfragen werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Archives bearbeitet.     

Eine wichtige Zukunftsfrage, mit der sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtarchives beschäftigen, betrifft auch die dauerhafte und sichere Aufbewahrung von digitalen Dokumenten und die damit verbundenen Herausforderungen an Archive. Fragen der technischen Voraussetzungen, Abläufe, Ressourcen und rechtlichen Voraussetzungen werden in Zukunft auch im Archivwesen eine wachsende Rolle spielen.   

Das Fazit von Rudolf Henke fiel, angesichts des Facettenreichtums der Aufgaben, nach seinem Besuch dementsprechend positiv aus: „Ich bin beeindruckt von der Querschnittsaufgabe, die unser Aachener Stadtarchiv wahrnimmt. Auf der einen Seite der Erhalt von einer Vielfalt an geschichtlichen Zeugnissen, die das Aachener Stadtarchiv als eines der modernsten Kommunalarchive in Deutschland für die Gegenwart und Nachwelt aufbereitet und erhält. Auf der andere Seite, seine Aufgabe als Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, die Informationen über ihre Vergangenheit, ihrer Vorfahren und die der Stadt erfahren möchten. Ich kann jeder Aachenerin und jedem Aachener nur empfehlen, das Stadtarchiv zu besuchen und auf diesem Weg in die Geschichte unserer Stadt einzutauchen“.  

Weitere Informationen zum Stadtarchiv der Stadt Aachen erhalten Sie unter: www.stadtarchiv-aachen.de.