Das Don-Bosco-Haus: Soziale Teilhabe ermöglichen und vorleben

Die Bewohnerschaft des Don-Bosco-Hauses hat sich in den Jahren des Bestehens deutlich verändert, die Aufgabe bleibt dieselbe: Soziale Teilhabe zu ermöglichen. Rudolf Henke besuchte die Einrichtung im Rahmen seiner diesjährigen Sommertour.

Seit über fünfzig Jahren ist das Übergangswohnheim des Regionalen Caritasverbandes Aachen Anlaufstelle für Menschen, die aus vielfältigen Gründen am Rande unserer Gesellschaft leben und auf Unterstützung, Begleitung und Motivation angewiesen sind, um wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. 

Verwahrlosung und Bindungslosigkeit, so betont der Einrichtungsleiter des Don-Bosco-Hauses, Wolfgang Offermann, steht oftmals in ursächlichem Zusammenhang mit den verschiedenen Problemen der Menschen, die im Wohnheim leben. Oft fehle es den Bewohnerinnen und Bewohnern an tragfähigen Bezugspersonen in ihrem Leben, einer Erstsozialisierung in Form eines Werte- und Normensystems und daraus entstandenen mangelnden Zukunftsperspektiven für ihr Leben. Neben dem Willen zur Veränderung, helfen klare Auflagen und tagesstrukturierende Maßnahmen den Frauen und Männern, ihre sozialen Schwierigkeiten zu überwinden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der stationären Einrichtung verfolgen daher das Ziel, den Frauen und Männern das Gefühl zu vermitteln, als Mensch angenommen zu werden, um langfristig eine gesamtgesellschaftliche Rückführung zu ermöglichen. Wichtige Bausteine, so betont der Sozialarbeiter Christoph Schoelen, sind das Erlernen von Vertrauen, Bindungen und Respekt. Im Regelfall ist die Aufenthaltsdauer 6 – 18 Monate, in Ausnahmefällen können die Bewohnerinnen und Bewohner in der vom Landschaftsverband Rheinland unterstützten Einrichtung bis zu fünf Jahre leben.  

Das übergeordnete Ziel der sozialen Teilhabe, so betont der Vorstand des Caritas Verbandes, Bernhard  Verholen, hat langfristig dazu beigetragen, dass sich aus der Idee des Don-Bosco-Hauses auch weitere Einrichtungen heraus entwickelt haben, die unter der Leitung des Referates Eingliederung und seinem Referatsleiter Wolfgang Anders geführt werden. Beim Café Plattform als Treffpunkt für Wohnungslose steht primär die Aufnahme von Menschen im Vordergrund, die unter Bindungslosigkeit und Einsamkeit leiden. Das „Impuls“ hingegen ist eine sozialtherapeutische Trainingseinrichtung für Männer und Frauen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten, insbesondere Wohnungslose, Suchtgefährdete und Haftentlassene. Auch die Wohngemeinschaft Hasselholz bietet betreutes Wohnen an für junge Menschen, die Unterstützung suchen durch das Leben in einer Gruppe. Zuletzt bietet das Haus Christophorus in Stolberg für chronisch alkohol- und medikamentenabhängige Frauen und Männer einen suchtmittelfreien therapeutischen Lebensraum.

„Der Gedanke seines Namensgebers, dem Priester Don Giovanni Bosco, der Fürsorge von benachteiligten Menschen in unserer Gesellschaft nachzukommen, wird im Don-Bosco-Haus seit über fünf Jahrzehnten aktiv und mit fester Überzeugung gelebt. Mit seinem Konzept hat das Haus ein Alleinstellungsmerkmal in unserer Region, das für viele Menschen ein Weg ist, um wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Ich bin froh, diese wichtige Aufgabe bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas Aachen in verantwortungsvollen Händen zu wissen“, so Rudolf Henke.