Rudolf Henke besucht das ACTO

Zum zehnten Mal fand in diesem Jahr das SightCity Forum statt, das die Messe SightCity, Europas größte Hilfsmittelmesse für Sehbehinderte und Blinde, begleitet. Für die inhaltliche Gestaltung ist u.a. das Aachener Centrum für Technologietransfer in der Ophthalmologie e.V. (ACTO) zuständig, das Rudolf Henke Ende Oktober besuchte.

Beim Forum werden gesellschaftlich relevante Zukunftsthemen mittels Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen beleuchtet. Darüber hinaus konnten sich die Besucher über medizinische und therapeutische Weiterentwicklungen und rehabilitative Angebote informieren. Die Angebote der Berufsförderungs- und Bildungswerke sind ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe von sehbehinderten und blinden Menschen. Ein Team aus unterschiedlichen Berufsgruppen informierte Eltern, Therapeuten und Pädagogen über Lernstörung-Sehstörung oder Legasthenie bei Kindern. Eine zusätzliche Einschränkung des Hörens erschwert die Kommunikation. Perspektiven, Herausforderungen und Entwicklungen wurden in einem eigenen Themenblock diskutiert.

Das SightCity Forum wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Schwerbehindertenausgleichsfond, gefördert. Für die inhaltliche Gestaltung
sind neben dem Aachener Centrum für Technologietransfer in der Ophthalmologie (ACTO) e. V. die PRO RETINA Deutschland e. V., der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) e. V. und die Berufsförderungs- und Berufsbildungswerke verantwortlich. Ende Oktober besuchte Rudolf Henke den Vorsitzenden Prof. Dr. med. Norbert Schrage und sein Team, um sich über die Arbeit des ACTO zu informieren.

Seit dem Jahr 2011 ist das ACTO das erste medizinische An-Institut der RWTH Aachen mit dem Ziel, Ärzte, Grundlagenwissenschaftler, Techniker, Biologen, Informatiker und Ingenieure zur Erweiterung der therapeutischen Möglichkeiten zusammenzuführen. Das Konzept des ACTO basiert dabei auf fünf Säulen:

1. Lehre: Im Rahmen der Kooperation mit der RWTH Aachen betreibt das Aachener Centrum für Technologietransfer in der Ophthalmologie (ACTO) eine eigene Lehrtätigkeit zur Weiterbildung in der Prävention von Verätzungserkrankungen,
sowie zum Verständnis von Zusammenhängen und wissenschaftlich begründeter Therapie von Traumata der Augen.

2. Forschung: ACTO intensiviert Kooperationen mit universitären Einrichtungen in Aachen und in freier Wahl anderer Standorte. Hier sind qualifizierte Spitzenforscher mit eigenständigen Forschungsprojekten zu verschiedenen Themen integriert, z.B. minimal invasive Biopsie der Hornhaut, optische Rehabilitation mit einer künstlichen Hornhaut, Interimslösungen bei operativem Vorgehen in der vitreoretinalen Chirurgie,
neue “Sustained Drug Delivery” Konzepte im Bereich des Auges und neuartige Implantate zur Glaukomchirurgie

3. Wirtschaft: ACTO geht mittels projektbezogener Forschungs- und Entwicklungsverträge zeitlich begrenzte Bindungen zu wirtschaftlich tätigen
Entwicklungspartnern ein. Diese Ergebnisse werden anschließend in der Regel auf Kongressen und in fachspezifischen Journalen publiziert.

4. Transfer: Transferleistungen betreffen insbesondere die Kontinuität der Forschung, Beratung und Projektkoordination auf einem anwendungsorientierten Niveau. Begleitung von Projektideen in die Anwendung, insbesondere durch Beratung und Ermittlung geeigneter wirtschaftlicher Partner in Forschung, Entwicklung und Produktion.

5. Rehabilitation: Durch die Forschung an neuen Endotamponaden sowie die Herstellung von anleitenden Dokumentationen (Video/CD-ROM) kann ACTO insbesondere nah am klinischen Geschehen Forschung von der Entwicklung bis hin zur klinischen Anwendung effizient begleiten. Im Bereich "Neue Medien im Dienste der Medizin, Telemedizin und Sehbehinderungen" widmet sich ACTO durch die Forschung an Computergestützter Beratung und Sehtestung der automatischen,
Expertensystem gestützten und kalibrierten Untersuchung von Sehbehinderten und Normalsichtigen. Mit SOBES, PROZESS, dem online Sehtest „VISA“ sowie der neuen Software „Visus TAS“ sind erste Meilensteine dieser Arbeit gelungen und erfolgreich im Netz eingestellt.

Forschungspartner des ACTO sind u.a. die Augenklinik an der RWTH Aachen, die Augenklinik am Martin Luther Universitätsklinikum Halle sowie das Bundesministerium
für Gesundheit. Darüber koopiert das ACTO auch mit privatwirtschaftlichen Unternehmen. Seit dem Jahr 2005 ist das ACTO auch für die Gestaltung des SightCity Forums verantwortlich, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erneut Zuschüsse bis zum Jahr 2016 erhält.