25. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium im Aachener Eurogress

„Gesundheitssystem im Wandel - Perspektiven der Rehabilitation“ lautete das Thema des 25. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquiums, welches vom 29.02.2016 bis zum 02.03.2016 im Aachener Eurogress stattfand.

Rudolf Henke besuchte am Montag die Auftaktveranstaltung des Fachkongresses, der von der Deutschen Rentenversicherung Bund gemeinsam mit der Deutschen Rentenversicherung Rheinland und der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften ausgerichtet wird.

1991 wurde die jährlich stattfindende Veranstaltung das erste Mal mit insgesamt 26 Teilnehmern von der Deutschen Rentenversicherung Bund ausgerichtet. 2007 wurde in Berlin erstmals die Teilnehmerzahl von 1.000 überschritten und konnte seitdem weiter kontinuierlich gesteigert werden. Für das 25-jährige Jubiläum in Aachen haben sich über 1.600 Teilnehmer registrieren lassen. Die Veranstaltung bietet eine interessante Symbiose aus Theorie und Praxis. Den theoretischen Input für die Kongressteilnehmer liefern die zahlreichen Fachvorträge namhafter Experten. Diese werden dann durch praxisnahe Diskussionsforen ergänzt, in denen sich die Teilnehmer über ihre eigenen Erfahrungen und Vorstellungen gegenseitig austauschen können.

Die wichtigsten Zukunftsthemen der Rehabilitationswissenschaften wurden von der Direktorin der Deutschen Rentenversicherung Bund (Berlin), Frau Gundula Roßbach, in ihrer Eröffnungsrede thematisiert. Der demographische Wandel, die Zunahme von chronischen Krankheiten, Prävention und Präventionsvorsorge sowie immer besser informierte, vernetzte und auf aktive Kooperation ausgerichtete Patientinnen und Patienten werden die Reha-Wissenschaften in der Zukunft vor große Herausforderungen stellen.

Einen ersten theoretischen Impuls lieferte zum Abschluss der Auftaktveranstaltung der Freiburger Professor für Bioethik/ Medizinethik Prof. Dr. Giovanni Maio mit seinem Vortrag zum Thema „Rehabilitation im Spannungsfeld zwischen Ethik und Ökonomie“.

Laut Prof. Dr. Maio hat die Medizin die Aufgabe, die Kranken nicht nur am Leben, sondern ebenso im Leben zu halten. Die Kernaufgabe der Reha-Wissenschaft sieht er dabei als die Humanisierung der Gesellschaft. Maio plädiert für eine Medizin, die den Patienten als Menschen und nicht als „Kunden“ im Stile einer industriellen Produktion im Blick hat, wofür er vom Plenum mit einem großen Applaus bedacht wurde.