Schirmherr Rudolf Henke gratuliert zu 30 Jahren Haus Hörn

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens von Haus Hörn übernahm Rudolf Henke die Schirmherrschaft über das Jubiläumsjahr und gratulierte beim Festakt am 05. März persönlich.

Im Jahr 1986 wurde das Haus Hörn als erstes Hospiz in Aachen gegründet und konnte mit seiner vorbildlichen Arbeit dazu beitragen, dass trotz aller Widerstände die Hospizarbeit nicht nur akzeptiert, sondern auch in hohem Maße geschätzt wird. Anlässlich seines 30-jährigen Bestehens übernahm Rudolf Henke die Schirmherrschaft über das Jubiläumsjahr und gratulierte beim Festakt am 05. März persönlich.

Rudolf Henke betonte in seiner Rede, dass die Stadt Aachen stolz darauf sein kann, ein Hospiz zu haben, das von solch einer Tradition geprägt ist und Vorbild für viele weitere Standorte in unserm Land war und ist. Sein großer Dank gilt besonders den Menschen, die hier mit Leidenschaft und Überzeugung dafür sorgen, dass die diejenigen, die auf Hilfe angewiesen sind, bestmöglich unterstützt werden: „Das ist keine leichte Aufgabe und oft mit körperlichen und seelischen Belastungen verbunden. Umso mehr Respekt haben diese Menschen verdient.“

In seiner Rede verwies Rudolf Henke auch darauf, dass das Sterben lange Zeit ein Thema war, das gesellschaftlich gemieden wurde. Der Tod bedeutet Verlust, er bedeutet Abschiednehmen und er ist sogar oft mit körperlicher oder geistiger Schwäche, mit Abhängigkeit von Pflegenden und damit größter Nähe verbunden. Dem setzte er entgegen, dass Sterben ein Teil des Lebens ist und es trotz allen technischen und medizinischen Fortschritts auch bleiben wird und betonte: „Beruflich, persönlich und politisch bin ich froh, dass dieses sensible und bedeutende Thema immer weiter aus der Tabuzone gerückt ist. Wir müssen den Tod als Normalität betrachten und die Umstände, die er mit sich bringt, offen ansprechen.“

Rudolf Henke verwies in diesem Zusammenhang auch auf die bundespolitischen Debatten der jüngsten Zeit zum Thema Sterben sowie Hospiz- und Palliativversorgung: „Deswegen bin ich froh, dass der Deutsche Bundestag in dieser Legislaturperiode einige Gesetze verabschiedet hat, die ein wichtiges Signal für die Ältesten unserer Gesellschaft aber auch deren Angehörige und Pflegenden bedeuten. Wir müssen Hospize weiter stärken, denn die Arbeit die dort täglich geleistet wird, muss finanziell und strukturell auf einem sicheren Fundament stehen.“

Zum Ende seines Vortrages nahm Rudolf Henke Bezug zum katholischen Priester Heinrich Pera, der als Wegbereiter der Hospizbewegung in der DDR in den 1980er Jahren gilt und von dem der Satz stammt: „Der Mensch kann nur ein Mensch werden, wenn nach seiner Geburt Menschen da sind, für ihn, mit ihm. Er kann sich aus seinem Leben als Mensch nur verabschieden, wenn er in seinem Sterben nicht allein ist, sondern jemand da ist, für ihn, mit ihm.“ Dieser Satz von Heinrich Pera spiegelt heute das Verständnis von würdevollem Sterben in unserer Gesellschaft wieder. Der Verdrängung des Sterbens wird in unserer heutigen Gesellschaft mit Hospiz- und Palliativeinrichtungen, wie dem Hospiz im Haus Hörn, begegnet und damit mit einer verantwortungsvollen, offenen Sterbekultur. Diese Entwicklung repräsentiert eine gesellschaftlich verantwortungsvolle und notwendige Aufgabe, ein Gebot der Menschlichkeit und Nächstenliebe und bedarf eines Rahmens, der dies fördert.

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