Jülich Aachen Research Alliance nimmt nächsten Meilenstein

Die Jülich Aachen Research Alliance (JARA) hat am 1. April einen neuen Meilenstein präsentiert: Die Gründung der neuen JARA-Institute. Aachener und Jülicher Wissenschaftler sollen dort zu drängenden Fragen unserer Zeit forschen.

Bei der Unterzeichnung der Gründungsvereinbarung war auch Rudolf Henke zugegen, um sich über die Gründung der ersten vier JARA-Institute im Bereich der Hirn- und Informationsforschung zu informieren. Bereits seit 2007 steht die Kooperation zwischen der RWTH Aachen University und dem Forschungszentrum Jülich für einen strukturierten Weg der Zusammenarbeit zwischen einer Universität und einer außeruniversitären Forschungseinrichtung. Die neuen, gemeinsamen Institute sind ein weiteres Instrument der Zusammenarbeit und widmen sich gezielt großen gesellschaftlichen Herausforderungen.

„Seit ihrem Start hat sich JARA sehr gut entwickelt. Die Gründung der JARA-Institute hebt nun die Zusammenarbeit zwischen dem Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen auf eine neue Stufe. Die hervorragenden Voraussetzungen in JARA sind gerade für die Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen, insbesondere in der medizinischen Forschung, besonders wertvoll“, betonte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, der einer der Gründungspaten von JARA im Jahr 2007 war.

Im Einzelnen wurden die folgenden Institute gegründet:

JARA-BRAIN Institut “Brain structure function relationships: Decoding the human brain at systemic levels”

Im JARA-BRAIN Institut “Brain structure function relationships: Decoding the human brain at systemic levels”, steht die Erforschung psychischer Erkrankungen im Fokus. Prof. Dr. Dr. Frank Schneider, JARA-BRAIN Professor, prognostiziert: „Psychische Erkrankungen werden zukünftig eine der größten Herausforderungen für das Gesundheitssystem darstellen.“ Ein detailliertes Verständnis der Erkrankungen und der Vorgänge im Gehirn ist Basis für die Entwicklung neuer, effektiverer Therapien. Hier können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, durch die Verknüpfung der Expertise und der Infrastrukturen der RWTH Aachen und des Forschungszentrums Jülich, wichtige Weichen für eine bessere Behandlung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen stellen.

JARA-BRAIN Institut “Molecular neuroscience and neuroimaging”

„Im JARA-BRAIN Institut ‘Molecular neuroscience and neuroimaging’ möchten wir mithilfe eines translationalen Ansatzes Frühdiagnosen von neuropsychiatrischen und neurodegenerativen Erkrankungen ermöglichen”, fasste Prof. Dr. Kerstin Konrad, JARA-BRAIN Professorin, die Ziele zusammen. Etwa 50 Prozent der neuropsychiatrischen Erkrankungen haben ihren Anfang im Kindes- und Jugendalter. „Je früher die Erkrankung beginnt, desto schwieriger ist es, sie zu therapieren“, so Konrad. Möglichst früh solche Beeinträchtigungen zu erkennen, ist daher entscheidend für eine spätere Therapie. Der Fokus des JARA-Instituts liegt dabei nicht nur auf den neuropsychiatrischen Erkrankungen junger Menschen, sondern auch in der Erforschung der Leiden höheren Alters.

JARA-FIT Institut „Energy-efficient information technology (Green IT)“

Im digitalen Zeitalter sind Informationstechnologien für jeden Bürger allgegenwärtig. Die Entwicklung energieeffizienter Computer- und Kommunikationstechnologie ist das Ziel des JARA-FIT Instituts „Energy-efficient information technology (Green IT)“. Prof. Dr. Matthias Wuttig, JARA-FIT Professor, war sich sicher: „Das Mooresche Gesetz, nach dem sich die Leistung von Computerprozessoren etwa alle zwei Jahre verdoppelt, ist nicht mehr haltbar.“ Zukünftige Chips benötigten innovative Materialien und Strukturen, um den Hunger nach mehr Leistung und vor allem nach Energieeffizienz stillen zu können. Das Team des JARA-Instituts begibt sich gemeinsam auf die Suche nach einer Lösung für dieses Problem. „Die herausragende Ausstattung, wie etwa das Nanocluster am Forschungszentrum Jülich, unterstützt unsere Zusammenarbeit auf bedeutende Weise“, so Wuttig.

JARA-FIT Institut „Quantum Information (QI)“

Das vierte neu gegründete JARA-Institut ist der Erforschung der Quanteninformation gewidmet. „Im JARA-Institut ‚Quantum Information (QI)‘ haben wir uns hohe Ziele gesetzt. Unsere Vision ist es, gemeinsam einen Quantencomputer zu entwickeln“, erklärt Prof. Dr. David DiVincenzo, JARA-FIT Professor. Der Antrag eines eigenen Sonderforschungsbereichs sei der erste Schritt zur Realisierung dieses Vorhabens. Ein solcher Quantencomputer könnte die Computertechnologie revolutionieren, stelle aber eine große wissenschaftliche Herausforderung dar. JARA biete eine exzellente Basis, sich einer solchen Herausforderung zu stellen.