Organische Leuchtdioden erobern den Markt: RWTH Aachen forscht für die Zukunft

Zum 01. Oktober 2015 startete das Verbundprojekt „FONDOLT“. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Über die Einzelheiten informierte sich Rudolf Henke jetzt vor Ort.

Die Organische Elektronik gehört zu den Zukunftstechnologien, die viele Bereiche unseres täglichen Lebens verändern wird. Sie umfasst Anwendungen und Komponenten, die auf Basis leitender und halbleitender Kunststoffe konzipiert und produziert werden. Die daraus resultierende Flexibilität in Herstellung und Verarbeitung macht ihren Einsatz kostengünstig und effektiv. Organische Leuchtdioden (OLED) haben bereits in den letzten Jahren erste Märkte bei den Displays erobert.  Ähnliche Entwicklungen stehen für Anwendungen in der Elektronik und der Sensorik an. Besonders vielversprechend im Hinblick auf Effizienz, Kosten und Umweltverträglichkeit ist die Kombination organischer Materialien mit Elementen der klassischen Halbleitertechnik. Dafür forscht die RWTH die Grenzflächen zwischen organischen Schichten und klassischen Halbleitern wie Silizium. Maßgeschneiderte Oberflächen sollen zu neuen und verbesserten Bauelementen führen.

Zum 01. Oktober 2015 startete das Verbundprojekt „FONDOLT-Funktionalisierung von Oberflächen durch maßgeschneiderte Nano-Dipole für Optimalen Ladungs-Transfer“. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einem Fördervolumen in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro unterstützt und hat eine Laufzeit bis zum 30. September 2018. Über Einzelheiten ließ sich jetzt der Aachener Bundestagsabgeordnete bei einem Besuch des Verbundprojekts informieren.

Im Rahmen von Fondolt erschließen drei Arbeitsgruppen der RWTH Aachen gemeinsam mit der TU Darmstadt wichtige Grundlagen für künftige Halbleiter-Bauelemente. Begleitet werden sie von der Herzogenrather Firma Aixtron. In Aachen wird das Projekt von Herrn Dr. Holger Kalisch geleitet und ist beim Institut für Galliumnitrid-Bauelementetechnologie angesiedelt. Die konkreten Forschungsziele sind energieeffiziente Bauelemente für die Leistungselektronik, Displaytechnologie, Festkörperbeleuchtung sowie organische Photovoltaik. Auch das Institut für Textilmaschinenbau und Institut für Textiltechnik unter der Leitung von Prof. Gries sowie das Physikalische Institut unter der Leitung von Prof. Wuttig sind an dem Forschungsprojekt beteiligt.

Mit dem Verbundprojekt Fondolt treten die Partner im Förderschwerpunkt Photonik des Bundesministeriums an, einem Technologiefeld, in dem Deutschland weltweit zur Spitze gehört und das maßgeblich von der Region Aachen mitgestaltet wird. Allein in den letzten fünf Jahren hat das BMBF Photonik-Projekte im Raum Aachen mit circa 35 Millionen Euro unterstützt, damit aus der Forschung am Standort Innovationen entstehen. Das Potenzial für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung durch Organische Elektronik ist auch für den Industriestandort NRW beachtlich. Schnittstellen in beinahe jeder Industrie machen die Organische Elektronik zu einer Querschnittstechnologie mit einem globalen Marktpotenzial von mehreren hundert Milliarden Euro.   

Rudolf Henke zeigte sich sehr angetan von dem Verbundprojekt: „Es ist begeisternd, welcher Ideenreichtum und Forschungswille an der RWTH Aachen gelebt wird. Hier entstehen in Aachen Erfindungen für das tägliche Leben, die auch uns in Zukunft zugutekommen. Die erneute Förderung durch das BMBF zeigt, dass unsere Region zu Wachstum und Innovation für ganz Deutschland beträgt.“