Austausch mit den Betreuungsvereinen in der Region Aachen fortgeführt

Die finanzielle Situation für die Betreuungsvereine in Aachen und der StädteRegion Aachen ist weiterhin angespannt. Anlass genug für Rudolf Henke, den im Jahr 2014 begonnenen Austausch mit den Betreuungsvereinen in der Region Aachen fortzusetzen.

Unter dem Motto „Wir können nicht mehr warten!“ hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege daher ein Positionspapier veröffentlicht, das sich für eine Gesetzesänderung im Betreuungswesen einsetzt.

Im Jahr 2005 wurde auf Bundesebene das Vormünder- und Betreuungsvergütungsgesetz (VBVG) verabschiedet. Das Gesetz schreibt eine feste stündliche Vergütung für die Betreuer von 44 Euro vor. Bereits im Jahr 2014 machten die Betreuungsvereine deutlich, dass der festgeschriebene Betrag nicht mehr ausreiche, um die tatsächlichen Kosten der Vereine zu decken. Mit den zu erwartenden tariflichen Entwicklungen befürchten die Vertreterinnen und Vertreter der Betreuungsvereine eine weitere Zuspitzung der finanziellen Situation. Bereits damals betonte Rudolf Henke, dass er es als problematisch ansähe, dass die Vergütung gesetzlich festgeschrieben sei und somit nicht an aktuelle finanzielle Rahmenbedingungen anpasst werden könne. Darunter leide nicht nur die berufliche Betreuung, sondern auch die Aufgabenwahrnehmung der Querschnittsarbeit, die von den Vereinen geleistet wird.

Rudolf Henke betonte, dass das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) derzeit eine umfassende rechtstatsächliche Untersuchung zum Thema „Qualität in der rechtlichen Betreuung“ durchführe. Die Untersuchung widmet sich der Qualität der beruflichen und ehrenamtlichen Betreuung, sowie dem Bereich des Betreuungsrechts. In dem Bereich der Qualität der Betreuung wird auch das aktuelle Vergütungssystem bewertet. Der Anspruch müsse sein, so Rudolf Henke, „dass das Vergütungssystem auch die Realität abbildet.“ Da dieser Bereich prioritär behandelt wird, wird noch in diesem Jahr mit einer Präsentation der Ergebnisse zum Vergütungssystem gerechnet. Rudolf Henke betonte darüber hinaus, dass es besonders wichtig sei, die Länder frühzeitig einzubeziehen, in deren Hand die Finanzierung liegt.    

Hintergrund

Im Jahr 2014 fand das erste Treffen mit der Arbeitsgemeinschaft der Betreuungsvereine in der StädteRegion Aachen (AG BtG) statt. In der StädteRegion Aachen sind acht Betreuungsvereine von der AWO, der Diakonie, dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und dem katholischen Verein für soziale Dienste (SKM) tätig, die auf Grundlage des Betreuungsrechts rd. 770 Betreuungen durch Hauptamtliche führen. Des Weiteren begleiten die Betreuungsvereine rd. 200 ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer.

Den Bericht zum Termin im Jahr 2014 finden Sie hier