Am 04. Juni ist Tag der Organspende

Am 04. Juni 2016 findet der "Tag der Organspende" statt. Bundesweit stehen derzeit mehr als 10.000 Patienten auf der Warteliste für eine Transplantation. Über 1.000 Menschen sterben jährlich, weil kein passendes Organ verfügbar ist.

Ziel der Veranstaltung ist es, dass möglichst viele Menschen auf das Thema Organspende aufmerksam gemacht und zu einer Entscheidung motiviert werden. Der Tag der Organspende findet in Deutschland seit dem Jahr 1983 statt. 

Aktuelle Entwicklungen:

Mit dem Transplantationsgesetz (TPG) sind seit Ende 1997 Regularien für die Spende, Entnahme, Vermittlung und Transplantation von Organen in Kraft. Im Jahr 2012, nach Bekanntwerden von Manipulationen bei der Organvergabe, hat der Deutsche Bundestag das Gesetz umfassend reformiert. Zurzeit berät er einen Gesetzentwurf zur Errichtung eines bundesweiten Transplantationsregisters, mit dem die Verfahren der Organtransplantation transparenter werden sollen. Auch dadurch soll das Vertrauen in die Organtransplantation – und damit die Bereitschaft zur Organspende – gestärkt werden.

Aktuelle Zahlen (fettgedruckt laut DSO):

10.238 Patienten, aktiv auf der Warteliste am 01.01.2016

5.678 Registrierungen auf der Warteliste in 2015

3.366 Organtransplantationen von verstorbenen Spendern in 2015

81.174.000 Gesamtzahl der Bevölkerung in Deutschland

Aber nur max. 40 Herztransplantationen bei Kindern bis 16 Jahre pro Jahr

Hintergrund:

Seit Jahren ist die Zahl der Organspender in Deutschland kontinuierlich zurückgegangen. So gab es 2010 noch 1.296 Organspender, die insgesamt 4.205 Organe postmortal spendeten; im Jahr 2014 wurden 864 Personen 2.989 Organe entnommen. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit im unteren Bereich: 2014 spendeten pro eine Million Einwohner postmortal 10,7 Menschen ihre Or-gane, während es in Spanien 35,1 und in Kroatien 35,9 Spender waren. Nach einer aktuellen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wären etwa 70 Prozent der Deutschen damit einverstanden, dass man ihnen nach ihrem Tod Organe entnimmt, doch haben nur rund 35 Prozent ihre Bereitschaft dazu dokumentiert.

Kommt im Todesfall eine Organspende aus medizinischer Sicht in Betracht und liegt keine schriftliche Erklärung vor, werden die nächsten Angehörigen befragt und entscheiden nach dem mutmaßlichen Willen der Verstorbenen. Menschen ab dem 16. Lebensjahr können ihre Bereit-schaft zur Organspende erklären – über einen Organspende-Ausweis oder eine Patientenverfügung. Mit der TPG-Novelle von 2012 wurden die Krankenkassen und die privaten Krankenversi-cherungsunternehmen verpflichtet, alle zwei Jahre Informationen zur Organspende sowie einen Organspende-Ausweis unaufgefordert zuzusenden und fachlich qualifizierte Ansprechpartner anzubieten.

Einen Organspendeausweis können Sie sich auch hier online herunterladen oder im Wahlkreisbüro von Herrn Henke abholen.