Gelebte Nachbarschaftshilfe vor Ort

Sich gegenseitig zu unterstützen und Hilfe anzubieten, unter Nachbarn oder in einem ganzen Stadtteil, das ist wichtig und wertvoll. Der Brander Bürgerverein hat diese Hilfe in zwei Projekten umgesetzt.

In Zeiten einer globalisierten Welt und des demographischen Wandels, leben Familien von älteren Menschen häufig nicht mehr in der unmittelbaren Nähe und können regelmäßig Unterstützung im Alltag bieten. Wenn auch Freunde und Bekannte nicht zugegen sind, ist gelebte Nachbarschaftshilfe für viele Seniorinnen und Senioren eine tolle Unterstützung.

Aus diesem Gedanken heraus hat sich aus dem Quartiersprojekt „Brand für alle“ im Jahr 2011 das „Brander Senioren Telefon“ entwickelt. Seit Januar 2014 wird das Projekt allein von Ehrenamtlichen betreut. Zeit- und ortsnah wird Beratung bei sozialen Problemen geboten und Hilfestellung bei kleinen Reparaturen im Haushalt. Auch nach einem Aufenthalt im Krankenhaus oder für den Einkauf stehen die Verantwortlichen zur Verfügung. Unterstützung erhält das Projekt von der Brander Bezirksvertretung, dem Seniorenrat der Stadt Aachen und der Leitstelle „Älter werden in Aachen“ der Stadt Aachen. Seit dem Start in neuer Trägerschaft konnte in mehr als 700 Fällen den Brander Bürgerinnen und Bürgern geholfen werden. 

Und die Helferinnen und Helfer stellten fest: 50 Prozent der Anrufe bezogen sich auf das Thema Mobilität. Viele Seniorinnen und Senioren konnten aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen und geringer finanzieller Ressourcen das Haus nicht verlassen. Mit dem Ziel, der Vereinsamung der älteren Menschen entgegenzuwirken, wurde im August 2015 das Projekt „Brander Senioren bleiben mobil“ ins Leben gerufen. Durch die Unterstützung des Deutschen Hilfswerks konnte ein Fahrzeug angeschafft werden, mit dem im ersten Jahr bereits über 300 Einsätze erfolgten. Für drei Jahre ist die Unterstützung zunächst gesichert. Den Verantwortlichen vom Brander Bürgerverein- Wolfgang Müller, Norbert Klüppel, Lia Tauchert, Heike Bohnes und den Mitstreiterinnen und Mitstreitern- ist aber heute schon klar: Die Nachfrage ist so groß, dass das Projekt fortgeführt werden soll. 

Rudolf Henke zeigte sich beeindruckt von dem Engagement des Vereins und der vielen Ehrenamtlichen, die bei den Projekten mitwirken: „Es ist toll zu sein, wie pragmatisch Nachbarschaftshilfe in Aachen funktionieren kann. Für unsere Gesellschaft sollte es wichtig sein, dass auch ältere Menschen durch Hilfen wie diese weiter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Zwei tolle Projekte, die Vorzeigecharakter haben.“