Prävention und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz stärken

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel: Arbeit verdichtet sich, mehr Beschäftigte klagen über Stress und Hetze, viele werden krank oder gar erwerbsunfähig. Das von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf den Weg gebrachte Präventionsgesetz leistet wichtige Beiträge, diesen Problemen zu begegnen.

Aus christlich-sozialer Sicht ein Meilenstein für gute Arbeitsbedingungen und eine Stärkung der betrieblichen Gesundheitsförderung. Denn im Bereich der Arbeitswelt sieht das Gesetz eine nachhaltige Verbesserung der Rahmenbedingungen für die betriebliche Gesundheitsförderung und deren engere Verknüpfung mit dem Arbeitsschutz vor.

Zur Stärkung der betrieblichen Gesundheitsförderung werden die Krankenkassen verpflichtet, ihr finanzielles Engagement in der betrieblichen Gesundheitsförderung deutlich auszuweiten. Unter Berücksichtigung des Richtwertes werden die Krankenkassen zukünftig verpflichtet, einen Mindestbetrag von jährlich 2 Euro je Versicherten für Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung (Ist-Ausgaben 2013: 0,78 Euro) aufzuwenden.

Wichtig ist dabei, dass die neuen Angebote in diesem Bereich für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zugänglich gemacht werden. Denn zukünftig sollen gerade auch kleine und mittelständische Unternehmen einen Ansprechpartner für den Bereich gesundheitliche Prävention im Betrieb erhalten.

Zugleich dienen die Bestimmungen im Entwurf auch besonders jenen Menschen, deren berufliche Eingliederung auf Grund gesundheitlicher Einschränkungen sehr erschwert ist. So werden die Bundesagentur für Arbeit und die kommunalen Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende an den Kooperationsprozessen beteiligt.

Zudem bringt der im Dezember vergangenen Jahres vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf die Präventionsarbeit in Lebenswelten wie Kita, Schule, Betrieb oder Pflegeheim voran und bezieht erstmals alle Sozialversicherungsträger mit ein.

Ziel ist es, dass künftig mehr Menschen denn je von qualitätsgesicherten Gesundheitsförderungsangeboten und Präventionsleistungen profitieren. Dazu sollen die Krankenkassen ihre Leistungen für Prävention und Gesundheitsförderung mehr als verdoppeln. Diese sollen auch zielgenauer auf wirksame Maßnahmen und solche Bevölkerungsgruppen konzentriert werden, die bisher schlecht erreicht wurden.

Der Gesetzentwurf sieht dazu vor, dass die Krankenkassen ihre Ausgaben für die Leistungen zur Primärprävention, zur betrieblichen Gesundheitsförderung und zur Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren verpflichtend von derzeit 3,09 Euro auf 7 Euro jährlich je Versicherten erhöhen.

Im Sinne einer ganzheitlichen Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Prävention und Gesundheitsförderung erhalten erstmals auch die Pflegekassen einen ausdrücklichen Präventionsauftrag. Sie sollen zukünftig Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen wie Tagespflegeeinrichtungen und Pflegeheimen erbringen.

Der Beitrag ist auch in der aktuellen Mitgliederzeitschrift "SO!- Soziale Ordnung" der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) auf Seite 24 nachzulesen.