Rudolf Henke im Gespräch mit dem Fachbereich Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen

Bei seinem Besuch beim „Tag der Integration“ im September 2013 in Aachen hat Rudolf Henke von Stefanie Uerlings, der kommunalen Netzwerkkoordinatorin von „KiM- Kinder im Mittelpunkt“, über das Programm des Fachbereiches Kinder, Jugend und Schule erfahren.

Bei einem persönlichen Gespräch mit den verantwortlichen Sozialarbeiterinnen des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen, Stefanie Uerlings und Annette Tiltmann, konnte Rudolf Henke Anfang März detaillierte Informationen über den Zwischenbericht des Programms erhalten und sich mit den verantwortlichen Sozialarbeiterinnen über die Entwicklungen austauschen. Die UN-Kinderrechtskonvention bietet die zentrale Grundlages des Fachbereiches, um Kinderarmut zu bekämpfen.

Stefanie Uerlings und ihre Kollegin Annette Tiltmann stellten Rudolf Henke zu Beginn die wichtigsten Ergebnisse des Berichts vor. So erfuhr Rudolf Henke zunächst, wie durch das „Audit familiengerechte Kommune“ von 2010 das Konzept gegen Kinderarmut entwickelt wurde. Im Rahmen des Audit wurden Daten für das Stadtgebiet Aachen gesammelt und ausgewertet. Die Auswertung ergab, dass fast 10.000 Kinder und Jugendliche in Aachen in Armut aufwachsen. Sie bzw. ihre Eltern sind größtenteils Empfänger von sozialen Transferleistungen wie SGBII, SGB XII, Wohngeld oder Kinderzuschlag. Dazu kommen viele Kinder, deren Eltern im Niedriglohnsektor oder prekär beschäftigt sind und deren Einkommen nur knapp über der Grenze der sozialen Sicherungen liegt. Die Kinderarmutsquote in Aachen ist im Jahr 2011 mit 21,8 Prozent verglichen mit der Quote in Deutschland, die bei 14,8 Prozent liegt, sehr hoch. Es wurde außerdem festgestellt, dass der Prozentsatz in Aachen Nord mit 47,5 Prozent mehr als doppelt so hoch im Vergleich zum Stadtdurchschnitt liegt. Diese finanzielle Mangelsituation kann viele Folgen haben: im sozialen, kulturellen und auch gesundheitlichen Bereich. Rudolf Henke interessierte sich aufgrund seines Berufs als Arzt und seiner Aufgabe als stellvertretender Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bundestag besonders für die Probleme in der medizinischen Versorgung.

Zur Bekämpfung der festgestellten Missstände wurde das Pilotgebiet Aachen Nord ausgesucht, da in dem Stadtteilgebiet überdurchschnittlich viele sozial benachteiligte Menschen im Vergleich zum allgemeinen Schnitt in Aachen wohnen und die Kinderarmut dementsprechend sehr hoch ist. Anhand der Einschätzung der Akteure vor Ort wurde die bessere Vernetzung der schon vorhandenen Angebote als beste Hilfe eingeschätzt, da diese zu oft denjenigen, die ihre Unterstützung benötigen, nicht bekannt ist. Außerdem unterstützen diese Akteure sich noch zu selten gegenseitig. Nach zwei