Rudolf Henke unterstützt Aachener Abiturient

Nächster Bericht aus Peru:

Hallo zusammen,

hier nun der erste Bericht aus dem Jahr 2016: Nachdem ich über Weihnachten und Neujahr im Süden Perus und bis nach Bolivien gereist bin, läuft jetzt der Alltag. Momentan sind wir wieder voll eingespannt in der Arbeit bei Arpegio.

Die Sommermonate Januar und Februar sind anders als der Rest des Jahres, weil in dieser Zeit Schulferien sind. Viele Eltern haben also ihre Kinder Anfang Januar angemeldet, damit sie Musikunterricht bekommen (manche im Glauben, in zwei Monaten vollständig ein Instrument zu erlernen). In den ersten Tagen gab es wirklich Schlangen vor dem Büro zur Anmeldung, dementsprechend ausgelastet sind nun die Stundenpläne der Freiwilligen, obwohl noch eine weitere Freiwillige für Geige dazugekommen ist. Auch die Ensembles und Anfängerorchester haben Zuwachs bekommen und wir hoffen natürlich auch, dass möglichst viele bleiben werden. Die meisten der Schüler bzw. Eltern möchten Geigen- oder Klavierunterricht und kannten viele der anderen Instrumente nicht. So habe ich in der ersten Woche ein paar Mal unten im Büro den Kontrabass vorgestellt und habe dadurch jetzt fünf neue Schüler! Demnächst können einige auch schon in ein Anfängerorchester und erste Erfahrungen mit Musik in der Gruppe machen.

Generell befinden wir uns im sogenannten “Sommerprojekt”: Alle Kinder, die in Arpegio Unterricht haben, werden auf irgendeine Weise bei dem großen Theater- und Musikprojekt mitmachen. In unserem Drehbuch geht es um ein Dorf in Peru, in dem seit Generationen die Musik verboten ist. Drei Kinder machen sich aber auf die Suche nach Klängen, nachdem sie einen verrückten alten Musiker außerhalb des Dorfes treffen und beginnen eine Reise durch die drei Regionen Perus: Costa (Küste), Sierra (Wüste/Hochland) und Selva (Dschungel). In jedem Landesteil gibt es unterschiedliche Traditionen und vor allem jeweils eigene Musik. Im Moment proben wir in allen Orchestern verschiedene peruanische Musik, das Abschlusskonzert wird dann Ende Februar im Stadttheater sein.

Dort haben wir auch vor einer Woche bereits gespielt, als wir das große Filmmusikkonzert präsentiert haben. Alle drei Vorstellungen waren fast ausverkauft und die Konzerte haben wirklich Spaß gemacht. Auf einer Leinwand hinter dem Orchester wurden passende Filmausschnitte gezeigt, während wir die Musik dazu gespielt haben. Zudem gab es bunte Lichteffekte, die vor allem bei Titeln wie Star Wars Stimmung gemacht haben. Viele Bilder gibt es auf der Facebookseite von Arpegio: https://www.facebook.com/arpegioperu/

Das Orquesta de Barro ist das einzige Orchester, das nicht direkt am Sommerprojekt teilnimmt, weil das Programm für die Deutschland-/Schweizreise im März einstudiert wird. Ein Highlight wird sicherlich der Auftritt in der Berliner Philharmonie gemeinsam mit einem Berliner Jugendorchester! Die ausgewählten Teilnehmer sind hochmotiviert und proben viermal in der Woche. Wer mehr erfahren möchte, bekommt hier Infos über die Orchesterbegegnung “Sonidos Unidos” (vereinte Klänge), außerdem werden die Orchestermitglieder einzeln vorgestellt: https://www.betterplace.org/de/projects/36837-sonidos-unidos-jugendorche...

Ende Februar kommt dann mit Konzerten und der großen Reise wieder ziemlich viel zusammen und ich freue mich, jeweils ein Ziel bei der Arbeit zu haben.

Viele Grüße

Armin

P.S.: Ab März werden in Arpegio ein/e Cellofreiwillige/r und ein/e Geigenfreiwillige/r für ein halbes Jahr gesucht. Wenn ihr jemanden kennt, der daran Interesse haben könnte, sende ich gerne weitere Infos. Das Unterrichten macht wirklich Spaß, auch ohne viel Vorerfahrung.