Rudolf Henke zu Gast bei den Gesundheitstagen im Paul- Julius-Reuter Berufskolleg Aachen

Erstmalig fanden in diesem Jahr vom 04. bis zum 07. März die von angehenden Kaufleuten im Gesundheitswesen in Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft veranstalteten Gesundheitstage am Paul-Julius-Reuter-Berufskolleg in Aachen statt.
Unter dem Motto „KIG hält fit!“ bestand sowohl für die Schüler des Berufskollegs als auch für solche anderer bildender Einrichtungen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich vier Tage unter anderem durch die Teilnahme an Ausstellungen, Workshops sowie Vorträgen über verschiedene Bereiche des Gesundheitswesens zu informieren und an Ständen verschiedener Aussteller Eindrücke zu sammeln.

Seiner hohen Wertschätzung für das Projekt gab Rudolf Henke bereits in seiner Ansprache zur Eröffnung der Veranstaltung Ausdruck: „Das Gesundheitswesen kann nur funktionieren, wenn Kommunikation und Kooperation im beruflichen Leben Vereinigung finden. Was hier auf die Beine gestellt wurde, ist, gerade im Hinblick auf die Rolle des Berufskollegs als Veranstalter, bis heute einmalig in Aachen und hochgradig beeindruckend“, so Henke.
Gleichzeitig ermutigte er die 130 überwiegend jugendlichen Gäste, viel Kraft und Elan in die eigene Zukunft zu investieren. Auch wenn es sicher Dinge gebe, die zeitweise mehr Spaß machten als die Aus- oder Weiterbildung, lohne es sich, jede Chance zu nutzen, die sich zur Ausbildung sowie Verbesserung der eigenen Fähigkeiten biete : „Auch dem Verzicht kommt auf dem Weg zum Erfolg eine außerordentlich hohe Bedeutung zu“, erklärte Rudolf Henke.

An der im Anschluss an die Begrüßung geführten, von Bernd Büttgens moderierten Podiumsdiskussion, nahmen neben Rudolf Henke als Internist und Mitglied des Deutschen Bundestages auch Frau Dr. Schäfer, Fachärztin für Transplantationsmedizin am  Universitätsklinikum der RWTH Aachen, Herr Großmann als Synodalbeauftragter der Diakonie sowie ein Betroffenenvertreter teil.   

Rudolf Henke legte der Zuhörerschaft zunächst die genauen Umstände der Gesetzesnovelle des Jahres 2012 und deren Vorteile gegenüber der alten Rechtslage dar: „Die  Anschreiben der Krankenkassen bewirken eine Auseinandersetzung mit dem Thema der Organspende und eine persönliche Entscheidung eines jeden Einzelnen, die es im Ernstfall ermöglicht, den Angehörigen des potentiellen Spenders eine ihnen sonst auferlegte schwerwiegende und weitreichende Entscheidung zu ersparen.“
Den im Verlauf der Diskussion thematisierten Skandal im Zusammenhang mit manipulierten Organzuteilungen, dessen Auswirkungen sowie die daraus resultierenden notwendigen Maßnahmen beschrieb Henke so: „Diese Ereignisse sind ohne Zweifel und absolut nachvollziehbar eine große Belastung für die öffentliche Wahrnehmung der Organspende. Die vom Gesetzgeber nun vorgesehene Praktik, die Bundesärztekammer bei der Erstellung von Empfehlungen für die Abfassung von im Zusammenhang mit Transplantationsmedizin stehenden Chefarztverträgen einzubeziehen, um darin eventuell enthaltene Vereinbarungen von Bonuszahlungen für einzelne zusätzliche Operationen von vornherein kategorisch auszuschließen, sowie die Bildung von interdisziplinären Konferenzen in den Zentren für Transplantationsmedizin, sind notwendig und richtig.“

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion bestand für die anwesenden Berufsschüler Gelegenheit, ihre Fragen an die Diskutanten zu richten, von dieser Möglichkeit wurde reger Gebrauch gemacht.
Ein Großteil der vorgetragenen Fragen, die Rudolf Henke gemeinsam mit seinen Diskussionspartnern beantwortete, offenbarten bei den Jugendlichen vorhandene Ängste und Unsicherheiten im Hinblick auf das Verfahren der Organspende in Deutschland. Den Umstand, dass viele dieser Unsicherheiten sowie hieraus resultierende Vorbehalte  durch die Beantwortung der gestellten Fragen abgebaut werden konnte, bestätigte die Schülerschaft im Anschluss an die Fragerunde auf Nachfrage von Bernd Büttgens.