Telemedizin in Aachen: Von Meilensteinen und Zukunftsvisionen

Die Telemedizin an der Uniklinik RWTH Aachen stößt auch bundesweit auf positive Resonanz: Erst Anfang Juli war Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Aachen, um sich vor Ort über das Aachener Telemedizin-Zentrum zu informieren. Seine Sommertour führte auch Rudolf Henke zur Uniklinik.

Beim Treffen mit dem Vorstand der Uniklinik Prof. Thomas H. Ittel, Peter Asché (Kaufmännischer Direktor und Stv. Vorsitzender des Vorstandes), Prof. Rolf Rossaint (Sprecher des RWTH Profilbereichs Medizin & Technik), und Prof.  Gernot Marx (Sprecher des Telemedizinzentrums Aachen) sprach Rudolf Henke über die Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten der digitalen Gesundheitsversorgung in und für die Region Aachen.

Die Kombination aus technischer Exzellenz und medizinischer Expertise hat in Aachen dazu geführt, dass wichtige Fortschritte und Akzente im Bereich der Telemedizin erreicht wurden, die heute der Region, dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Bund von Nutzen sind. Neben einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät in Maastricht im Bereich der Telemedizin, hat die Uniklinik über die Jahre auch eigene Tätigkeitsfelder aufgebaut. Die Telemedizin öffnet viele Handlungsfelder: Telekonsultation, Tele-Monitoring, Tele-Radiologie, Tele-Pathologie und Tele-Beatmung sind neue Möglichkeiten einer Versorgung mit Hilfe moderner Kommunikationsmöglichkeiten. Die Uniklinik hat ihre besondere Expertise in der Telemedizin in den Bereichen Kardiologie, Geriatrie und Intensivmedizin.       

Auf Basis von sicheren und datenschutzkonformen Technologien soll die Patientenversorgung und der Austausch zwischen den beteiligten Akteuren verbessert werden. Ziel ist es, die Chancen der Digitalisierung für das Gesundheitssystem zu nutzen. Dabei gilt: Am Ende des Tages muss immer ein messbarer, echter Nutzen für den Patienten da sein. Mit dem E-Health-Gesetz hat der Deutsche Bundestag erstmalig einen Fahrplan für die Einführung einer digitalen Infrastruktur mit höchsten Sicherheitsstandards verabschiedet. Zur Förderung der Telemedizin wird u.a. die telekonsiliarische Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen ab April 2017 und die Online-Videosprechstunde ab Juli 2017 in die vertragsärztliche Versorgung aufgenommen.

Um die Telemedizin in Aachen und in NRW noch für weitere Felder der medizinischen Versorgung zugänglich zu machen, haben Prof. Dr. Gernot Marx und sein Team einen Antrag für den Innovationsfond gestellt, der von der Bundesregierung in diesem Jahr aufgelegt wurde. Übergeordnetes Ziel des Innovationsfonds ist es, eine qualitative Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland zu erreichen. Dazu sollen neue Versorgungsformen und Versorgungsforschungsprojekte, die auf einen Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der bestehenden Versorgung zielen, gefördert werden. Der Bund stellt dazu in den Jahren 2016 bis 2019 eine Fördersumme von jeweils 300 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Hierbei sind 225 Millionen Euro für die Förderung neuer Versorgungsformen und 75 Millionen Euro für die Versorgungsforschung vorgesehen.