Verkehrsprognose 2030: Wachsende Verkehrsströme stellen Infrastruktur vor Belastungsprobe

Die am 11. Juni 2014 vorgestellte Verkehrsprognose 2030 sagt kräftige Zuwächse der Verkehrsleistung in Deutschland voraus. Gegenüber 2010 wird der Güterverkehr, gemessen an transportierten Tonnen-Kilometern um 38 Prozent zunehmen, der Personenverkehr, gemessen in Personen-Kilometern um 13 Prozent.

Die Prognose 2030 zeigt damit, dass unsere Infrastruktur vor erheblichen Belastungsproben und Investitionserfordernissen steht. Modernisierung und Ausbau des Gesamtnetzes bleiben daher eine Aufgabe von hoher politischer Priorität.

Zentrale Ergebnisse der Verkehrsprognose im Einzelnen:

Beim Güterverkehr macht sich die weiterhin hohe Dynamik des internationalen Handels mit seinen Auswirkungen auf grenzüberschreitende (+ 42 Prozent) und Transitverkehre (+ 52 Prozent) deutlich bemerkbar; der Trend zu größeren Transportweiten hält unvermindert an. Auch der Binnenverkehr wächst mit 31 Prozent stark an.

Bahn verzeichnet stärksten Zuwachs

Den stärksten Zuwachs bei der Verkehrsleistung wird mit 43 Prozent die Bahn zu verzeichnen haben.

Lkw trägt weiter die größte Last

Gemessen an der Gesamtgüterverkehrsleistung wird der Lkw weiter die größte Last zu tragen haben und um 39 Prozent zunehmen.

Kombinierter Verkehr zieht kräftig an

Kräftiges Wachstum sagt die Prognose dem Kombinierten Verkehr voraus. Sein Anteil am Aufkommen steigt im Betrachtungshorizont 2030 von 21 Prozent auf 31 Prozent und bei der Verkehrsleistung von 35 Prozent auf 43 Prozent. Fast die Hälfte der Schienentransportleistung wird 2030 voraussichtlich im Kombinierten Verkehr erbracht.

Zuwachs auch beim Personenverkehr

Auch der motorisierte Personenverkehr wächst weiter an - trotz abnehmender Einwohnerzahl. Der Zuwachs beim Pkw-Verkehr um rund 10 Prozent ist vor allem auf eine höhere "Automobilität" der älteren Bevölkerungsgruppen zurückzuführen. Der öffentliche Straßenpersonenverkehr inklusive der Fernbuslinien wird um 6 Prozent zunehmen, Bahnverkehre um rund 19 Prozent. Mit einem Anstieg um 65 Prozent ist der Luftverkehr weiterhin eine Wachstumsbranche.

Erfreulicher Rückgang des Treibhausgas-Ausstoßes im Verkehrssektor

Nach der neuen Studie wird der CO2-Ausstoß des Verkehrssektors bis 2030 deutlich stärker zurückgehen als bisher prognostiziert. Satt um 9 Prozent bis 2025 wird dieser Rückgang voraussichtlich 26 Prozent im Vergleich zu 2010 betragen - ein deutlicher Beleg für die erfolgreiche Entwicklung hin zu effizienteren Motoren.

Verkehrsprognose:

Wichtige Grundlage der weiteren Bundesverkehrswegeplanung

Die Verkehrsprognose 2030 ist eine wichtige Grundlage für die derzeit laufenden Arbeiten am Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015. Die gesamtwirtschaftliche Bewertungsphase der weit über 2.000 eingereichten Projektvorschläge zur Erstellung des neuen BVWP kann nun beginnen. Die Projektvorschläge werden dabei einer standardisierten Bewertung unterzogen, vor allem einer Kosten-Nutzen Analyse zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Baumaßnahmen sowie einer umwelt- und raumordnerischen Beurteilung.

Foto: Deutscher Bundestag von Tobias Koch